„3 Fragen an…“ Prof. Dr. Tobias Hochscherf
Wie bereitet man Studierende auf die globalisierte Arbeitswelt vor? An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kiel (HAW Kiel) ist Internationalisierung fest verankert. Welcher Ansatz dahinter steht und wie das Deutschlandstipendium dazu beiträgt, Wissenschaft über Ländergrenzen zu gestalten, erklärt Vizepräsident Prof. Dr. Tobias Hochscherf im Interview.
Wie bereitet man Studierende auf die globalisierte Arbeitswelt vor? An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kiel (HAW Kiel) ist Internationalisierung fest verankert. Welcher Ansatz dahinter steht und wie das Deutschlandstipendium dazu beiträgt, Wissenschaft über Ländergrenzen zu gestalten, erklärt Vizepräsident Prof. Dr. Tobias Hochscherf im Interview.
Herr Prof. Dr. Hochscherf, warum spielt Internationalität für die HAW Kiel eine so zentrale Rolle?
Internationalität gehört grundsätzlich zur Wissenschaft. Forschung, Lehre und Transfer sind ohne den Austausch von Erkenntnissen, Hypothesen und Kompetenzen über Ländergrenzen hinweg kaum vorstellbar. An der HAW Kiel wollen wir den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern und Regionen aktiv fördern, um gemeinsam an Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu arbeiten. Internationalisierung eröffnet neue Perspektiven, stärkt den Austausch von Ideen und bereitet unsere Studierenden auf den Arbeitsmarkt einer von Migration geprägten Gesellschaft vor, in dem interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger werden.
Welcher Ansatz steckt hinter der Internationalisierungsstrategie und wie wird sie im Hochschulalltag gelebt?
Wir möchten, dass unsere Hochschule ein Ort der Begegnung wird, an dem Menschen aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam studieren, forschen, arbeiten und leben. Dafür braucht es Kennenlernformate und Studienprogramme, in denen in kleineren Gruppen gelernt wird. Das projekt- und problemzentrierte Lernen in Kleingruppen ist eine besondere Stärke der Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Nicht alle Studierenden können ins Ausland gehen – auch sie haben ein Anrecht auf internationale Erfahrungen. Das lässt sich zum Beispiel durch Begegnungen mit ausländischen Studierenden sowie Lehrenden, die für längere Zeit nach Deutschland kommen, oder durch Fallbeispiele aus anderen Ländern in der Lehre erreichen. Dazu kommen zahlreiche Sprachkurse, bei denen es immer auch um interkulturelle Kompetenzen geht. Auf diese Weise profitieren alle, da wir Teil einer länderübergreifenden akademischen Gemeinschaft werden.
Wie zahlt das Deutschlandstipendium auf die Internationalisierung ein – und welche Rolle spielen Geförderte und Fördernde?
Die meisten Studierenden sind neugierig auf andere Länder, Sprachen und Kulturen. Das größte Hemmnis ist häufig nicht mangelndes Interesse, sondern fehlender finanzieller Spielraum. Hier hilft die Förderung durch ein Deutschlandstudium – in vielen Fällen macht sie sogar den entscheidenden Unterschied aus. Das Stipendium richtet sich an Studierende aller Nationalitäten und wird auch im Falle eines fachrichtungsbezogenen Auslandsaufenthalts weitergezahlt. Am Beispiel ausländischer Studierender, die bei uns ein Deutschlandstipendium erhalten haben, wird das deutlich: Sie konnten sich in Arbeitsgemeinschaften oder Clubs engagieren, ihre Erfahrung einbringen und über ihr Heimatland berichten. Diese leistungsstarken Studierenden sind wichtige Mittler bei der Anbahnung von Kontakten zu den Hochschulen in ihren Herkunftsländern. Auch Fördernde profitieren: Viele sind auf internationale Kooperationen angewiesen, insbesondere Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen exportieren und dringend gut ausgebildete Fachkräfte benötigen. Durch die Förderung können sie früh Kontakt zu Studierenden aufnehmen, sich austauschen und sich als spätere Arbeitgeber empfehlen. Und: Wer viele Studierende fördert, bekommt auch viel Internationalität zurück.
Über Prof. Dr. Tobias Hochscherf
Prof. Dr. Tobias Hochscherf ist Vizepräsident für Forschung und Transfer, Internationales, Gleichstellung und Diversität an der HAW Kiel. Internationalität versteht er als festen Bestandteil von Forschung und Lehre: Austausch über Ländergrenzen, Begegnungen auf dem Campus und „Internationalisierung@Home“ bereiten Studierende auf eine globale Arbeitswelt vor – im Sinne der Internationalisierungsstrategie der HAW Kiel.
Stand: November 2025