„3 Fragen an…“ Bettina Stengl
Die Hochschule Karlsruhe vergibt das Deutschlandstipendium seit dessen Einführung. Bettina Stengl, Leiterin des Center of Competence an der HKA, begleitet das Programm seit vielen Jahren und setzt sich mit großem Engagement dafür ein, Fördernde und Geförderte miteinander zu vernetzen.
Die Hochschule Karlsruhe vergibt das Deutschlandstipendium seit dessen Einführung. Bettina Stengl, Leiterin des Center of Competence an der HKA, begleitet das Programm seit 2018 und setzt sich mit großem Engagement dafür ein, Fördernde und Geförderte miteinander zu vernetzen.
Wenn Sie zurückblicken: Was hat sich in der Umsetzung des Programms in den vergangenen 15 Jahren verändert? Welche Entwicklungen, Meilensteine oder Learnings der vergangenen 15 Jahre bleiben besonders in Erinnerung?
Ein gutes Matching zwischen Förderern und Geförderten wird zunehmend wichtiger. Hierfür braucht es ein gutes Verständnis dafür, welche Studiengänge und Studierendenprofile für Förderer interessant sind. Ebenso wichtig ist es, sich intensiv mit den Bewerbungen der Studierenden auseinanderzusetzen, um zu verstehen welcher Förderer die Entwicklung bestmöglich unterstützen könnte. Je besser uns die Zuordnung gelingt, umso größer sind die Chancen, dass beide Seiten profitieren. Aus meiner Sicht ist der frühe Aufbau eines Netzwerks wesentlich für die berufliche Zukunft. Deshalb haben wir an der Hochschule Karlsruhe die Beziehungen zu den Förderern verstärkt in den Fokus genommen und gleichzeitig die Angebote für Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich der ideellen Förderung weiterentwickelt.
Um das Kennenlernen zu unterstützen, haben wir vor drei Jahren unsere Übergabefeier verändert. Aus einem Format im Hörsaal wurde ein Netzwerkevent mit Talkrunden, Erfolgsgeschichten und viel Raum für Austausch. Es geht nicht nur darum, möglichst viele Stipendien zu vergeben, sondern auch darum, Verbindungen zu unterstützen, die hilfreich für die berufliche Zukunft der Studierenden sind, und Unternehmen einen Zugang zu talentierten Leistungsträgern der HKA zu eröffnen. Wir haben dabei festgestellt, wie wichtig es ist, die Menschen hinter dem Deutschlandstipendium sichtbar zu machen. Deshalb stellen wir bei der Veranstaltung, der wir den Namen „Connecting Talents“ gegeben haben, ausgewählte Geschichten in den Vordergrund. Wir stellen junge Menschen vor, sprechen über ihre Erfahrungen und lassen Förderer erzählen, warum sie sich engagieren. Das unterstützt den Netzwerkgedanken und macht sichtbar, welche Wirkung das Programm entfalten kann.
Welche Bedeutung hat das Deutschlandstipendium heute für die Hochschulkultur und Talentförderung?
Für mich steht das Deutschlandstipendium zunächst einmal für die Anerkennung herausragender Leistungen im Studium. Ergänzend berücksichtigen wir bei der Auswahl auch gesellschaftliches Engagement und soziale Kriterien. Das halte ich für absolut wesentlich.
Die Förderung wird von den Studierenden nicht als selbstverständlich betrachtet. Ich habe das Gefühl, dass die Dankbarkeit dafür, ein Stipendium zu erhalten, nach wie vor groß ist. Es wird als Zeichen von Wertschätzung und Anerkennung von Leistung wahrgenommen. Das ist für unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten sehr motivierend, ihre Leistungen auf einem hohen Niveau zu halten und so auch eine Weiterförderung im Deutschlandstipendium sicherzustellen. Von unseren Förderern wissen wir, dass sie mit ihrem Engagement etwas zurückgeben, in Bildung investieren und natürlich die Fachkräfte von morgen kennenlernen wollen. Wir erleben eine große Treue unter den Förderern. Einige begleiten das Programm bereits seit den Anfängen vor 15 Jahren, der Großteil der Förderer engagiert sich seit mehr als zehn Jahren. Das zeigt, dass das Deutschlandstipendium an der HKA einen Mehrwert schafft und dass Förderer langfristig bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Für mich liegt genau darin eine besondere Stärke des Deutschlandstipendiums. Es bringt Menschen zusammen, die voneinander lernen und gemeinsam wachsen können. Es eröffnet Möglichkeiten für Austausch, Berufsorientierung und persönliche Entwicklung. Es schafft Kontakte und Verbindungen, die weit über die finanzielle Förderung hinausgehen.
Welche Ziele und Wünsche haben Sie für das Deutschlandstipendium? Was macht eine gute Zusammenarbeit mit Fördernden aus?
Mein Ziel ist, die Höchstquote auszuschöpfen, was unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Herausforderung ist. Dennoch arbeiten wir weiter daran, neue Förderer zu gewinnen.
Das Programm bietet besondere Möglichkeiten in Richtung Netzwerkbildung, persönlicher Weiterentwicklung und beruflicher Orientierung. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass dieses Potenzial bestmöglich genutzt wird und weitere Erfolgsgeschichten hervorbringt. Dafür braucht es das Engagement aller Beteiligten.
Stand: Juli 2026