„Wir wollen das Deutschlandstipendium sichtbarer machen“

Die Universität Oldenburg will mehr Bürger als Förderer gewinnen und hat dafür den Stipendienfonds für das Deutschlandstipendium ausgeweitet: Inzwischen werden Spenden ab zehn Euro angenommen. So konnten 2018 zwei Stipendien vergeben werden.

Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg will mehr Bürgerinnen und Bürger als Förderer gewinnen und hat dafür den Stipendienfonds für das Deutschlandstipendium ausgeweitet: Inzwischen werden schon kleine Spenden ab zehn Euro angenommen. So konnten 2018 zwei zusätzliche Stipendien vergeben werden.

Jessica Küpker, Universität Oldenburg

Jessica Küpker, Leiterin der Servicestelle Stipendien an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

© privat

Auch Kleinvieh macht Mist ­ – diese Binsenweisheit macht sich die Universität Oldenburg zunutze. „Früher haben wir für das Deutschlandstipendium nur Spenden ab 100 Euro zugelassen“, berichtet Jessica Küpker, Leiterin der Servicestelle Stipendien. Jetzt werden auch die kleinen Zuschüsse in einem großen Pool gesammelt, bis die jährliche private Fördersumme in Höhe von 1.800 € zusammengekommen ist. Firmen oder Stiftungen übernehmen diese häufig komplett. „Uns ist es aber wichtig, neben solchen Großspendern auch die breite Öffentlichkeit noch stärker einzubinden“, so Jessica Küpker. „In Deutschland und besonders in unserer Region gibt es noch keine so ausgeprägte Stipendienkultur. Das möchten wir mit unserem Stipendienfonds gerne ändern.“

Werben, was das Zeug hält

Dafür rührt die Hochschule eifrig die Werbetrommel: 2017 mit einer Plakataktion, 2018 mit Postwurfsendungen an mehr als 40.000 Haushalte, und auch für dieses Jahr ist eine Werbeaktion geplant. „Wir wollen das Deutschlandstipendium in der Bevölkerung deutlich sichtbarer machen“, sagt Jessica Küpker. „Ziel ist es, viele Bürgerinnen und Bürger zum Spenden zu animieren. Sei es, weil sie sich an ihre eigene Studienzeit erinnern oder Kinder und Enkel haben, die studieren.“ In den letzten beiden Jahren konnte die Hochschule jeweils 60 Deutschlandstipendien vergeben. Diese Zahl würde die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung, Frau Prof. Dr. Kyora, in der nächsten Förderrunde gerne übertreffen. Gut, dass die Resonanz auf den Stipendienfonds durchweg positiv ist und auch neue Förderer erreicht werden: „Zum Beispiel hat auch eine ehemalige Deutschlandstipendiatin gespendet“, erzählt Jessica Küpker.

Keine Einbahnstraße

Dabei geht es der Hochschule längst nicht nur um das Geld für die Studierenden: „Das Deutschlandstipendium ist für uns keine Einbahnstraße“, betont Jessica Küpker. „Die finanzielle Unterstützung ist eine wesentliche Funktion des Stipendiums, aber die soziale Bedeutung ist genauso wichtig.“ Jessica Küpker hebt die Anerkennung hervor, die Studierende durch ein Stipendium erfahren ebenso wie den Austausch zwischen ihnen, den Förderern und der Hochschule. Diesen persönlichen Kontakt fördert die Universität Oldenburg bewusst: Ein halbes Jahr nach der Stipendienvergabefeier lädt die Hochschule die Beteiligten am Deutschlandstipendium erneut zu einem Empfang. Dieser dient dem Networking, außerdem stellt sich jeweils eine Fakultät vor. In diesem Sommer wird es die Fakultät 4 für Human- und Gesellschaftswissenschaften sein. „Den Empfang haben wir 2017 erstmals durchgeführt, und er ist sehr gut angekommen“, berichtet Jessica Küpker. „Wir versuchen damit, das Deutschlandstipendium auf eine persönliche Ebene zu bringen. Denn wir haben mehr als Urkunden und Geld zu vergeben.“