„Wir können nicht genug künstlerischen Nachwuchs haben“

Die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden engagiert sich für das Deutschlandstipendium, um junge Künstler aus den verschiedensten Bereichen zu unterstützen. Dazu im Interview: Referentin Ulrike Schüler. 

Die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden engagiert sich für das Deutschlandstipendium, um junge Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedensten Bereichen zu unterstützen. Ulrike Schüler, Referentin der Stiftung erzählt im Interview, welche Rolle das Förderprogramm bei ihrer Arbeit und im kulturellen Leben von Dresden spielt.

Ulrike Schüler, Referentin Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden

Die Dresdner Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und Referentin Ulrike Schüler engagieren sich an drei Hochschulen für den talentierten Kunst-Nachwuchs

 © privat

Frau Schüler, welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für die Gesellschaft? 

Sie sind eine Bereicherung. Es sind wichtige Bestandteile für das Zusammenleben von Menschen, für die Verständigung, für die Öffnung von neuen Räumen und im weitesten Sinne auch für die Stärkung der Demokratie. Als Stiftung engagieren wir uns deshalb in Dresden für städtische Einrichtungen, freie Künstlerinnen und Künstler, Galerien, Vereine und Initiativen. Das Spektrum reicht von bildender Kunst und Theater bis hin zu Fotografie und Denkmalschutz.

Mit dem Deutschlandstipendium setzen Sie sich seit mehreren Jahren für den künstlerischen Nachwuchs ein. Welche Vorteile hat das Programm?

Vor allem die Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Sie machen ihre Studierenden auf die Förderung aufmerksam, koordinieren den Bewerbungsprozess und wählen die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus. Das könnten wir gar nicht leisten. Und wir hätten auch nicht die Kompetenz, das Fachliche zu beurteilen. Außerdem hat das Deutschlandstipendium mit dem Bund einen verlässlichen Partner, wodurch klar ist, dass das Programm auch auf lange Sicht auf sicheren Füßen steht. Künstlerinnen und Künstler haben darüber hinaus oft den Eindruck, dass sich der Staat zu wenig um sie kümmert. Das Deutschlandstipendium und unsere Förderung sind ein wichtiges Signal.

Aktuell fördern Sie an drei Dresdner Hochschulen. Wie erleben Sie die Stipendiatinnen und Stipendiaten? 

Wir unterstützen jeweils zwei Studierende an der Hochschule für Musik Dresden Carl Maria von Weber, der Hochschule für Bildende Künste und der Palucca Hochschule für Tanz. Das sind herausragende Talente, die sich ihrem Tun voll hingeben. Ihre finanzielle Situation ist aber oftmals schwierig. Deshalb atmen sie auf, wenn sie die Zusage für das Deutschlandstipendium erhalten und erst einmal ein Jahr Ruhe haben.

Kennen Sie die jungen Talente auch persönlich?

Dresden ist eine wunderbare Kulturstadt mit einer hohen Kulturdichte. Man begegnet sich manchmal auch im kulturellen Leben der Stadt. Einmal im Jahr veranstalten die Hochschulen ihre Vergabefeiern, bei denen unser Stiftungsvorstand die Stipendien mit übergibt und die Urkunden verleiht. Bei der Palucca Hochschule und der Musikhochschule findet das an einem fantastischen Ort statt – nämlich der Semperoper. Den Geförderten der Hochschule für Bildende Künste ermöglichen wir in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie und einem weiteren Partner eine eigene Ausstellung, für die sie jetzt auch die Einladungskarte selbst gestaltet haben. Das hat ganz viel Charme. Einige der Stipendiatinnen und Stipendiaten laden uns darüber hinaus zu ihren Aufführungen ein. Von allen Studierenden erhalten wir am Ende des Stipendienjahres einen Bericht darüber, welche Ziele sie erreicht haben.

Haben Sie als Förderer auch noch Pläne?

Kunst verändert sich ja ständig. In Dresden haben wir immer mehr junge Galerien, die Videokunst zeigen. Deshalb habe ich schon darüber nachgedacht, ob wir vielleicht auch mal ein Deutschlandstipendium für Visual Arts oder Digital Arts vergeben. Da man als Förderer relativ frei ist und sich auch für einen speziellen Bereich einsetzen kann, könnten wir diese neue Richtung unterstützen und ihr Aufwind geben. Wir können nicht genug künstlerischen Nachwuchs haben.