Kunst braucht Freiheit

Luise Bornkessel studiert an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Kostüm- und Bühnenbild. Das Deutschlandstipendium war für die junge Künstlerin eine echte Entdeckung. Es verschafft ihr Zeit, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Luise Bornkessel studiert an der der Kunsthochschule Berlin Weißensee Kostüm- und Bühnenbild. Das Deutschlandstipendium war für die junge Künstlerin, die kurz vor dem Abschluss ihres Diploms steht, eine echte Entdeckung. Es verschafft ihr vor allem eins: Zeit, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Deutschlandstipendiatin Luise Bornkessel

Kann ihrer Kreativität durch das Deutschlandstipendium freien Lauf lassen: Stipendiatin Luise Bornkessel

© privat

Luise Bornkessel war schon früh klar, dass sie künstlerisch arbeiten will. In welche Richtung es gehen sollte, stand für die 25-Jährige nach einem Rundgang an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart fest. Dort stellten Studierende des Studiengangs Bühnen- und Kostümbild ihre Modelle aus. „Das hat mich fasziniert, da ich mich schon immer gerne mit dem Raum auseinandergesetzt habe und mir Dreidimensionales liegt.“ Seit dem Jahr 2014 studiert sie nun an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und hat gelernt, wie sie das Bühnenbild für Theater oder Opernstücke gestaltet und den darstellenden Figuren ein Gesicht gibt: Sie fertigt Zeichnungen von Kostümen und Masken an, macht Bühnenentwürfe und baut diese in kleinem Maßstab nach. Gerade macht sie außerdem ein Gastsemester im Bereich Malerei und arbeitet an einem Bilderbuch über das Studentenleben ihres Großvaters im Berlin der fünfziger Jahre. Nach ihrem Abschluss möchte die vielseitige Frau in Hamburg Illustration studieren. „Mein großer Traum ist, dass ich das irgendwann mit meinem Bühnen- und Kostümbildberuf verbinden kann.“

Neue Anknüpfungspunkte

Ein Gewinn für ihre künstlerische Entwicklung ist das Deutschlandstipendium. „Es ist ziemlich schwierig, eine Förderung zu bekommen, weil viele Programme auf politische Themen ausgerichtet sind“, erzählt Luise Bornkessel. Von der Möglichkeit, sich für das Deutschlandstipendium bewerben zu können, erfuhr sie über ihre Hochschule. Dort unterstützt die Mart Stam Stiftung für Kunst + Gestaltung junge Nachwuchskünstlerinnen und -künstler und übernimmt die Hälfte der monatlichen Fördersumme in Höhe von 300 Euro. Die zweite Hälfte finanziert der Bund. Das Prinzip der öffentlich-privaten Partnerschaft gefällt Luise Bornkessel: „Ich finde, das sollte man sehr zu schätzen wissen, weil das in vielen anderen Ländern gar nicht möglich ist. Und die Verbindung mit der Mart Stam Stiftung ist auch toll, weil sich dadurch auch noch ganz andere Anknüpfungspunkte ergeben können.“

Beitrag zu mehr Menschlichkeit

Neue Impulse für ihr künstlerisches Schaffen erhält Luise Bornkessel bei Theaterbesuchen oder bei anderen kulturellen Veranstaltungen in Berlin. Das Deutschlandstipendium gibt ihr die notwendige Muse, um die zahlreichen Angebote in der Hauptstadt auszukosten: „Die Zeit, die ich in einen Nebenjob stecken müsste, investiere ich jetzt in kulturelle Dinge. Für die Kreativität ist es ziemlich wichtig, dass man sich nicht so eingeschränkt fühlt.“ Für Luise Bornkessel bedeutet das auch, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. „Das müssen wir alles selbst tragen“, erzählt sie. Das Deutschlandstipendium entlastet sie daher auch finanziell. Vergütete Praktika oder bezahlte Kostümassistenzen vor und während des Studiums, wie es Luise Bornkessel bei Stationen in Leipzig und Oberammergau fand, stellen eher die Ausnahme dar. Doch praktische Erfahrungen während des Studiums zu sammeln, ist für junge Künstlerinnen und Künstler enorm wichtig. „Es geht viel um persönliche Erfahrungen. Es kommt darauf an, Leute zu finden, mit denen man gerne zusammenarbeitet.“ Kunst ist für Luise Bornkessel eine Lebenshaltung, die gesellschaftlich von großem Wert ist. Junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern, empfindet sie als wichtig: „Ich finde Kreativität ist Freiheit, Menschlichkeit und Meinungsäußerung. Und das ist, was wir in Zukunft verstärkt brauchen.“