Förderquote und Mittelakquise

Hochschulen können Deutschlandstipendien bis zu einer vorgegebenen Höchstgrenze vergeben. Darüber hinaus können sie durch Umverteilung innerhalb eines Bundeslandes weitere Stipendienkontingente nutzen. Bei der Einwerbung von privaten Stipendienmitteln unterstützt der Bund die Hochschulen mit der Akquisekostenpauschale.

Spielräume für die Umverteilung

Menschen im Publikum

Das BMBF hat eine Regelung in Kraft gesetzt, bei der die Bundesmittel mehr Stipendiatinnen und Stipendiaten zugutekommen.

 © Michael Gottschalk/photothek.net

Die Höchstgrenze, bis zu der eine Hochschule Deutschlandstipendien vergeben kann, liegt derzeit bei 1,5 Prozent ihrer Studierenden. Zahlreiche Hochschulen schöpfen ihre Förderhöchstquote schnell aus – weitere Förderer müssen auf das nächste Semester vertröstet werden. Umgekehrt gibt es Hochschulen, die nur einen Teil ihrer Deutschlandstipendien vergeben können. 

Mit der Regelung zur Umverteilung sorgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung für Ausgleich: Werden an einer Hochschule nicht alle ihr zustehenden Stipendien vergeben, können mit den dafür vorgesehenen Bundesmitteln andere Hochschulen im selben Bundesland über die jeweils geltende Förderhöchstquote hinaus fördern. Seit Juli 2015 gilt hierfür die gesetzlich vorgesehene Höchstgrenze von acht Prozent je Hochschule. Das Verteilverfahren sorgt so dafür, dass noch mehr Studierende vom Deutschlandstipendium profitieren können. 

So funktioniert’s

Die Hochschulen informieren die zuständige Landesbehörde entsprechend deren Vorgaben über die von privaten Förderern zugesagten Gelder und die Ausschöpfung ihres jeweiligen Kontingents. Die nicht abgerufenen Bundesmittel werden anschließend nach Bedarf an andere Hochschulen innerhalb des Bundeslandes verteilt. Dabei orientiert sich die Landesbehörde an der Studierendenzahl der begünstigten Hochschulen. Wenn an einzelnen Hochschulen (einschließlich möglicher Umverteilung) die Zahl der im Folgejahr maximal zu vergebenden Stipendien niedriger liegt als die bereits im Vorjahr ausgeschöpften Kontingente, bleiben bereits vergebene Stipendien bestehen. 

Bund hilft bei Mittelakquise

Die eine Hälfte vom Bund und die andere Hälfte von privaten Förderern – das ist das Grundprinzip des Deutschlandstipendiums. Auch bei der Mittelakquise leistet der Bund Unterstützung: Hochschulen, die das Deutschlandstipendium anbieten, erhalten vom Bund für die Akquise privater Fördermittel finanzielle Hilfe.

Die Höhe der Akquisekostenpauschale beträgt 7 Prozent und richtet sich nach der Anzahl aller Studierenden, die entsprechend der Höchstförderquote im jeweiligen Jahr gefördert werden können. Der Bund bezuschusst derzeit Mittel für 1,5 Prozent aller Studierenden. Auch wenn eine Hochschule im Rahmen der Umverteilung mehr Studierende fördert, verändert sich die Höhe der Akquisekostenpauschale, die auf Grundlage der Höchstförderquote im jeweiligen Jahr ermittelt wurde, nicht.

Das zahlt der Bund dazu: Beispiel für die Berechnung des Zuschusses für ein Jahr

An einer Hochschule mit 20.000 Studierenden können insgesamt 300 Studentinnen und Studenten gefördert werden. Das entspricht der aktuell gelten-den Höchstförderquote von 1,5 Prozent aller Studierenden einer Hochschule. Für sie kann die Hoch-schule im Jahr (mit 12 Programm-Monaten) maximal 540.000 Euro von privaten Geldgebern einwerben (300 mal 150 Euro pro Monat). Davon 7 Prozent ergeben 37.800 Euro vom Bund als Akquisepauschale. Die Höhe des Zuschusses steigt mit dem Ausbau der Förderquote an.