Gesellschaft gemeinsam gestalten

Im September trafen rund 70 junge Talente zur digitalen Sommerakademie zusammen. Auch Fördernde und Programmverantwortliche waren eingeladen. Stipendiatin Laura Petruk und Förderer Andreas Dörich waren von dem interaktiven Austausch begeistert.

Im September trafen rund 70 junge Talente zur digitalen Sommerakademie Deutschlandstipendium zusammen. Auch Fördernde und Programmverantwortliche waren zu einem Austausch eingeladen. Von den neuen Möglichkeiten interaktiver Begegnungen waren Deutschlandstipendiatin Laura Petruk von der SRH Hochschule Heidelberg und Andreas Dörich von der fördernden oncampus GmbH begeistert.

Unter dem Motto „Gesellschaft gemeinsam gestalten“ diskutierten am 9. und 10. September engagierte Stipendiatinnen und Stipendiaten von 34 Hochschulen aus ganz Deutschland vor dem Hintergrund der Corona-Krise über zentrale Themen wie Vernetzung, Engagement und neue Formen der Zusammenarbeit. Das digitale Format machte es möglich, dass am ersten Veranstaltungstag auch Fördernde und Programmverantwortliche an ausgewählten Gesprächsrunden teilnehmen und ihre Eindrücke, Sichtweisen und Impulse einbringen konnten. Am zweiten Veranstaltungstag waren die jungen Talente „unter sich“. Die Geförderten nahmen die Gelegenheit wahr, sich gegenseitig ihre eigenen Projekte vorzustellen und sie mit Unterstützung von Mentorinnen und Mentoren gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Erfahrung, verschiedene Menschen mit vielfältigen Ideen, Konzepten und Zielen kennenzulernen, hat alle Teilnehmenden bereichert.

Förderer Andreas Dörich, oncampus GmbH

Andreas Dörich, Geschäftsführer der fördernden oncampus GmbH, hat angeregt mitdiskutiert. 

© oncampus GmbH

Motivation trifft Initiative

Andreas Dörich, Geschäftsführer der oncampus GmbH, betreut in seinem Unternehmen seit zwei Jahren die jährlich insgesamt vier Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Einladung zur Sommerakademie machte ihn neugierig. Er wollte die Gelegenheit nutzen, um sich über die Wirkungskraft des Deutschlandstipendiums klarer zu werden: „Mir ging es darum, die Motivation zu verstehen. Also: Warum engagiert man sich für das Programm? Das hat mich bei den anderen Teilnehmenden interessiert. Außerdem finde ich es wichtig, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.“ Er selbst legt im Umgang mit „seinen“ Stipendiatinnen und Stipendiaten großen Wert auf den persönlichen Kontakt, war jedoch positiv überrascht von der Interaktion aller Teilnehmenden: „Viele Online-Veranstaltungen neigen dazu, sehr passiv zu sein. Aber auf der Sommerakademie war man sehr schnell in einem sehr intensiven Austausch. Die Diskussionen wurden komplett von den Studierenden moderiert. Das fand ich besonders gut, weil sie so komplett die Initiative ergriffen haben.“

Engagement vor der eigenen Haustür

In seiner Gruppe diskutierte Andreas Dörich unter anderem über den persönlichen Antrieb für ehrenamtliches Engagement. Eine zentrale Erkenntnis für ihn. „Wir denken bei Engagement immer an den Krisenherd, der weit weg ist. Die aktuelle Situation hat uns gezeigt, dass es auch vor der eigenen Haustür enorm wichtig ist.“ Der Förderer, dessen Unternehmen auf E-Learning spezialisiert ist, hat so zum Beispiel bei Ausbruch der Pandemie kostenlos Online-Selbstlernkurse zur Verfügung gestellt. Er findet es spannend, an der Entwicklung von neuen digitalen Angeboten mitwirken und mit dem Deutschlandstipendium etwas bewirken zu können. Bei „seinen“ Stipendiatinnen und Stipendiaten, die größtenteils berufsbegleitend studieren, hat er das zuletzt besonders gespürt: „Einige wurden von ihren Arbeitgebern in Kurzarbeit oder Teilzeit geschickt. Da habe ich gemerkt, wie sehr sie auf die Förderung angewiesen sind.“ Deshalb ist sein Unternehmen trotz Krise auch weiterhin dabei: „Das ist für mich selbstverständlich.“

Deutschlandstipendiatin Laura Petruk, SRH Hochschule Heidelberg

Deutschlandstipendiatin Laura Petruk hat viele wertvolle Tipps für die Umsetzung ihres eigenen Projekts erhalten. 

© privat

Psychisch stark in Krisenzeiten

Auch Deutschlandstipendiatin Laura Petruk von der SRH Hochschule Heidelberg hat zum ersten Mal an der Sommerakademie teilgenommen: „Alle waren sehr nett und sehr motiviert. Das ganze Programm war sehr abwechslungsreich. Die Warm-up-Übungen, wie zum Beispiel das Lach-Yoga, haben großen Spaß gemacht.“ Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr jedoch die intensiven Diskussionen mit den anderen Teilnehmenden. Die Gruppenarbeit zu ihrem eigenen Projekt „Erste Hilfe für die Seele“ hat die Psychologiestudentin ungemein in ihrem Vorhaben bestärkt und sie in der Organisation einen Riesenschritt weitergebracht: „Ich hätte nicht erwartet, dass die Dringlichkeit meines Projektes so deutlich gesehen wird. Ich habe viele, sehr wertvolle Tipps bekommen und der Austausch war unglaublich hilfreich.” Die Idee, die sie den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten bei der Sommerakademie vorgestellt hat, ist eine zentrale Anlaufstelle für Studierende, die seelische Unterstützung benötigen. „Das soll keine Therapiestelle sein. Wir wollen Studierenden dabei helfen, trotz Krisen psychisch fit zu bleiben.“ Das gilt nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch bei persönlichen Krisen: „Allein der Austausch fördert dann schon die Kraft und verringert die Angst.“

Gewusst wie, was, wann

Durch die Teilnahme an der Sommerakademie hat die 21-Jährige nun einen konkreten Plan für die Umsetzung ihres Projekts: „Vorher hatte ich nur die Idee, aber jetzt weiß ich, wie ich das verwirklichen kann.“ Mit einigen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die sie bei der Sommerakademie kennengelernt hat, hat Laura Petruk eine Facebook-Gruppe gegründet. Dort möchten sie sich auch weiterhin mit ihnen über ihr Projekt austauschen und sie über den Fortschritt auf dem Laufenden halten: „Wir werden zunächst mit einer Umfrage unter den Erstsemestern starten, um zu erfahren, welche Themen für sie relevant sind.“ Auf lange Sicht plant Laura Petruk, die in der psychologischen Fachschaft aktiv ist, Workshops und Kurse zur Stressbewältigung und Achtsamkeit anzubieten. Auch ihrem privaten Förderer, dem Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ludwigshafen, möchte sie ihr Projekt zu gegebener Zeit vorstellen. „Das mache ich, sobald ich etwas weiter bin. Es wäre natürlich toll, wenn er mir als Experte auch Tipps geben könnte.“