Ein viertägiger Motivations-Booster

Marthe Meier aus Hamburg spürt noch, wie inspiriert und motiviert sie von der ersten Sommerakademie zurückgekehrt ist. Das Zusammenspiel mit den anderen Teilnehmern hat die Deutschlandstipendiatin in ihrem eigenen Engagement gestärkt.

Marthe Meier aus Hamburg spürt noch, wie inspiriert und motiviert sie von der ersten Sommerakademie zurückgekehrt ist. Das Zusammenspiel mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat die Deutschlandstipendiatin in ihrem eigenen Engagement gestärkt.

Deutschlandstipendiatin Marthe Meier

Deutschlandstipendiatin Marthe Meier hat der interdisziplinäre Austausch bei der Sommerakademie motiviert. 

 © privat

„Das Zusammentreffen mit Menschen aus allen Ecken Deutschlands und aus so unterschiedlichen Studienfächern – das war toll“, sagt Marthe Meier. Als Geisteswissenschaftlerin hat sie normalerweise wenig Kontakt zu Studierenden der technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fächer. Umso mehr schätzte sie den interdisziplinären Austausch während der Sommerakademie: „Ein anderes Umfeld, bereichernde Gespräche und unglaublich viele hochmotivierte Leute – die Tage waren prall angefüllt mit Informationen“, erzählt sie. Besonders gut hat der Philosophie- und Germanistikstudentin gefallen, dass sie und die anderen Teilnehmenden nicht nur passiv zuhören durften, sondern in verschiedenen Workshops selbst eine aktive Rolle übernehmen konnten.

Über die Grenzen hinaus

So hat die 21-Jährige gemeinsam mit einem Physik-Studenten aus Heidelberg einen Workshop zum Thema „Vereinsgründung“ konzipiert. Damit kennt sie sich aus: Im Jahr 2017 rief sie den Verein „Beyond Borders“ ins Leben. „Anfangs sind wir vorrangig durch die Veranstaltung von zwei internationalen Workcamps im Bereich der Integration von Geflüchteten aktiv geworden“, sagt sie. „Dabei sind junge Freiwillige aus verschiedenen Ländern nach Hamburg gereist, um sich dort um geflüchtete Kinder zu kümmern.“ Aktuell bietet der Verein an ihrer Hochschule, der Universität Hamburg, das interdisziplinäre Seminar „Unlock Society“ an. Dabei entwickeln Studentinnen und Studenten verschiedener Fachrichtungen eine Installation, die im Frühjahr 2019 öffentlich ausgestellt wird und über das Thema „Fremdsein“ reflektieren soll.

Neue Strukturen, andere Zeitfenster

Bei ihrem Workshop im Rahmen der Sommerakademie teilte Marthe Meier vor allem ihr organisatorisches Wissen mit den anderen Teilnehmenden. Wie definiert man den Vereinszweck? Wie erarbeitet man seine Satzung? Und welche rechtlichen und steuerlichen Regeln gilt es zu beachten? „Es war schön, dass wir unsere Erfahrungen weitergeben konnten. Wir hoffen, dass die anderen davon profitieren“, berichtet sie. Und was war für sie selbst eine neue Erkenntnis? „In einem Workshop ging es darum, wie man Menschen motiviert, am Ball zu bleiben“, beschreibt die 21-Jährige. Daraus hat sie neue Anregungen für ihre eigene Arbeit abgeleitet: „In Zukunft könnten wir eine neue Organisationsform und andere Zeitfenster ausprobieren, die Aufgaben und Zuständigkeiten konkret definieren und verbindlich festlegen.“

Mehr Verbindlichkeit im Ehrenamt

Stichwort Verbindlichkeit: Marthe Meier hat mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch darüber diskutiert, wie man es schafft, Menschen langfristig und nachhaltig einzubinden. „Manchmal habe ich das Gefühl, unsere WhatsApp-Generation hält sich immer noch ein Hintertürchen offen. Es ist eine gewisse Unverbindlichkeit zu spüren, die enttäuschend ist und nachhaltiges Engagement schwer macht.“ Umso besser, dass sich die Sommerakademie für Marthe Meier als viertägiger „Motivations-Booster“ entpuppt hat. Besonders Experte Ivo Degn von „ProjectTogether“, einem digitalen Inkubator für junge Gründerinnen und Gründer, hat sie mit seiner Begeisterung angesteckt. „Wir haben ihn in seinem Workshop richtig ausquetschen können und haben auf detaillierte Fragen handfeste Antworten erhalten. Das fand ich richtig gut.“