Ein starkes Fundament für die Zukunft

Architekturstudent Wladimir Sawin hätte nicht gedacht, dass sich ein so enger Austausch mit Förderer Norbert Hippler ergibt. Der Leipziger Architekt ist aus Überzeugung dabei und wünschte sich zum Büro-Jubiläum Spenden für das Deutschlandstipendium.

Architekturstudent Wladimir Sawin hätte nicht gedacht, dass sich durch das Deutschlandstipendium ein so enger Austausch mit seinem Förderer ergibt. Norbert Hippler, Niederlassungsleiter des Leipziger Architekturbüros RKW Architektur +, investiert aus Überzeugung in den Nachwuchs. Zum 25-jährigen Jubiläum seines Büros wünschte er sich sogar Spenden für das Deutschlandstipendium.

Förderer Norbert Hippler und Stipendiat Wladimir Sawin

Förderer Norbert Hippler baut auf den Architektur-Nachwuchs. Sein Wissen gibt er gerne an Deutschlandstipendiat Wladimir Sawin weiter.

© Andy Küchenmeister

Wladimir Sawin und Norbert Hippler erinnern sich gut an ihr erstes Treffen auf der Stipendienvergabefeier der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) im Jahr 2016. Auf Anhieb hatten sich der Deutschlandstipendiat und sein Förderer viel zu erzählen. Die Architektur spielte dabei zunächst eine Nebenrolle: „Das Menschliche stand vorne an“, berichtet Norbert Hippler. Der erfahrene Architekt erzählte von seiner Tochter, die während ihres Studiums auch von einem Stipendium profitierte. Zu sehen, wie sehr ihr die Unterstützung geholfen hat, war einer der Gründe, warum sich Norbert Hippler zur Förderung des Deutschlandstipendiums entschloss. „Das fand ich total sympathisch“, erinnert sich Wladimir Sawin. Dem 29-Jährigen, der in Kasachstan geboren wurde, erleichtert das Deutschlandstipendium sein Studentenleben enorm: „Früher musste ich kellnern, da ich ansonsten keinerlei Einkommen oder Unterstützung erhalten haben.“ Durch die monatliche Finanzspritze von 300 Euro kann er sich voll auf seinen Bachelorabschluss konzentrieren.

Selbstvertrauen durch die Praxis

Darüber hinaus bleibt Wladimir Sawin die Zeit, in verschiedenen Gremien seiner Hochschulen mitzuwirken. Was ihn dazu antreibt: „Ich möchte unsere relativ kleine Fakultät zu einem besseren Ort machen.“ Dass die Auszeichnung mit dem Deutschlandstipendium auch eine Belohnung für sein Engagement ist, bestärkt ihn in seinem Tun. Auch für Norbert Hippler bedeutet das Deutschlandstipendium mehr, als Geld zu stiften und Kontakt zu den Fach- und Führungskräften von morgen zu knüpfen. Er möchte sein Wissen und seine Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. Und das nicht nur theoretisch: Als er Wladimir Sawin nach Beginn der Förderung anbot, ein Praktikum bei ihm im Büro zu absolvieren, nahm dieser begeistert an. Heute ist er dort als Werkstudent tätig. Die Einblicke in die Praxis geben ihm Selbstvertrauen: „Ich hätte nicht gedacht, dass man mich so sehr in den Prozess einbeziehen würde und mir so viel Vertrauen entgegenbringt. Das, was ich hier an Wissen bekomme, ist nicht mit Geld aufzuwiegen.“ 

Spenden für Talente statt Blumen und Geschenke 

Der Kontakt zu Wladimir Sawin bereichert auch die Arbeit von Norbert Hippler: „Der gegenseitige Austausch ist ja auch der Sinn und Zweck des Deutschlandstipendiums“, erklärt er. „Als Architekt steckt man so tief in den Projekten, dass man sich kaum um neue Gedanken bemühen kann. Mit den jungen Leuten kommen auch frische Ideen hinein.“ Er selber strebt mit der nächsten Generation ein Verhältnis an, das auf gegenseitigem Respekt basiert und beide Seiten herausfordert: „Wir, die Älteren, wollen das Wissen weitervermitteln und weitertragen, aber auch die Gegenwehr spüren.“ Auf Gegenwehr ist er mit seiner Spendenaktion für das Deutschlandstipendium nicht gestoßen. Die Idee hatte Norbert Hippler, als er sich im vergangenen Jahr mit der Rektorin der HTWK Leipzig über das Jubiläum seiner Niederlassung austauschte. „Wir haben mit Waldimir so wunderbare Erfahrungen gemacht. Da kam mir spontan der Gedanke, dass so etwas doch eine tolle Sache wäre.“ Von seinen Partnerinnen, Partnern und Kunden wünschte er sich deshalb einen Beitrag zur Förderung junger Talente. Vom dem Erfolg der Aktion war Norbert Hippler selbst ein bisschen überrascht: „Daraus sind sogar zwei weitere Deutschlandstipendien hervorgegangen.“