3 Fragen an 3 Programmverantwortliche

Die Programmverantwortlichen für das Deutschlandstipendium spielen eine zentrale Rolle, wenn es um die Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Deutschlandstipendiums geht. Wir haben mit dreien von ihnen gesprochen. Im Interview berichten uns Dr. Christina Jung (Universität Bremen), Stefanie Schuster (Zeppelin Universität Friedrichshafen) und Dr. Jörg Winterfeld (Westsächsische Hochschule Zwickau) von ihren Erfahrungen und Zukunftsplänen mit dem Stipendienprogramm.

Ihre Hochschule wurde als eine von zwölf Beispielhochschulen im Rahmen der Begleitforschung zum Deutschlandstipendium näher untersucht. Dabei standen Auswahlverfahren und ideelle Förderung im Vordergrund. Auf welche Ansätze oder Angebote Ihrer Hochschule sind Sie besonders stolz?

Dr. Christina Jung, Universität Bremen  | © Jens LehmkühlerDr. Christina Jung: Ich finde es toll, dass die Uni Bremen bei der Förderung die Gesamtpersönlichkeit der Stipendiatinnen und Stipendiaten im Auge hat. Wir legen nicht nur Wert auf gute Noten, sondern berücksichtigen auch persönliche Umstände und soziales Engagement. Um diese Vorstellungen auch gut umsetzen zu können, haben wir einen eigenen Stipendienrat und ein sehr aufwändiges Auswahlverfahren.

Dr. Jörg Winterfeld: Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, unser Auswahlverfahren einfach, transparent und effektiv zu gestalten. Die Studierenden können sich über die Homepage bei uns bewerben. Und wir nutzen die vorhandenen Mittel bis hin zur Software mpuls_S, um die Bewerberinnen und Bewerber zu erfassen. Wir sind jetzt auch dabei, die Vergleichbarkeit der einzelnen Studiengänge besser und objektiver zu gestalten. Dabei haben wir immer das Gesamtbild der angehenden Stipendiatinnen und Stipendiaten im Blick.

Die Ergebnisse der Begleitforschung sollen vor allem den Programmverantwortlichen einen Einblick in die Praxis geben. Wie können Sie von den Erfahrungen anderer Hochschulen lernen? Und: Welche Tipps würden Sie Ihren Kolleginnen und Ihren Kollegen geben?

Stefanie Schuster, Zeppelin Universität Friedrichshafen | © Lorenz WidmaierDr. Christina Jung: Der Charme des Deutschlandstipendiums ist, dass es durchaus Interpretationsmöglichkeiten für die Ausgestaltung vor Ort gibt. Mit unseren Auswahlkriterien sind wir da besonders hervorgetreten. Das ist etwas, was uns wichtig ist, und deshalb gewichten wir den sozialen Aspekt entsprechend. Die jeweilige Hochschule muss die für alle gleichen gesetzlichen Grundlagen auch passend für sich umsetzen. Mein Tipp ist also, dass man sich genau überlegt: Was macht die Hochschule aus? Was ist uns wichtig? Wir können aber sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch noch lernen. Das betrifft gerade die Gestaltung der Begleitförderung.

Stefanie Schuster: Der persönliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist immer sehr bereichernd, gerade auch, um über Probleme zu sprechen. Das hilft unheimlich viel. Anderen Kolleginnen und Kollegen empfehle ich, die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit einzubeziehen. Gerade wenn man sich unsicher ist, ob man zum Beispiel ein Begleitprogramm anbieten möchte, haben die Studierenden immer Ideen und Wünsche zur Hand. Sie wissen ganz genau, was sie wollen und was nicht.

Welche Pläne haben Sie, um das Deutschlandstipendium an Ihrer Hochschule noch weiterzuentwickeln?

Dr. Jörg Winterfeld, Westsächsische Hochschule Zwickau | © privatDr. Jörg Winterfeld: Wir wollen Förderer sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten als auch Hochschule noch besser miteinander vernetzen. Deshalb überlegen wir uns zum Beispiel, wie wir den ideellen Mehrwert für alle Beteiligten erhöhen können. Das können gemeinsame Projekte, vielleicht auch gemeinsame Abschlussarbeiten sein. Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem das Auswahlverfahren gut funktioniert. Jetzt müssen wir die Netzwerkarbeit weiterentwickeln. Ich denke, das ist auch an anderen Hochschulen in ähnlicher Form ein Dauerprojekt.

Stefanie Schuster: Wir sind eine relativ kleine Hochschule und können in Summe nur 16 Deutschlandstipendien vergeben. Unser ganz großes Ziel ist es natürlich, die maximale Anzahl an Stipendien zu erreichen. Mit dem Deutschlandstipendium können wir die Stipendiatinnen und Stipendiaten, aber auch die Förderer noch stärker an unsere Hochschule binden. Deshalb möchten wir im zweiten Schritt weitere ideelle Angebote für die aktuellen, aber auch die ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten finden.