„Das Deutschlandstipendium ist ein hoher Motivationsfaktor“

Interview mit Prof. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar

Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar zieht zahlreiche hochbegabte Talente aus dem Ausland an. Im Studienjahr 2015/16 erhalten 21 von ihnen ein Deutschlandstipendium. Hochschulpräsident Prof. Dr. Christoph Stölzl berichtet, welche Bedeutung das Stipendium für die ausländischen Studierenden hat und wie es den kulturellen Austausch fördern kann.

Herr Prof. Dr. Stölzl, immer mehr deutsche Hochschulen ermöglichen Flüchtlingen, ein Studium aufzunehmen. Welche Chancen bietet das Deutschlandstipendium insbesondere für Studentinnen und Studenten mit einem persönlichen Migrations- bzw. Fluchthintergrund?

Das Deutschlandstipendium an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar leistet einen wichtigen Beitrag im Kanon der Förderung von ausländischen Studierenden. Es ergänzt vor allem das BAföG. Die Studierenden können sich dank des Deutschlandstipendiums besser auf ihr Studium konzentrieren. Leistungen und Talente der Studierenden können sich so noch besser entfalten.Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar | Foto: Alexander Burzik Der Anteil ausländischer Studierender unter den Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten ist sehr hoch, sie kommen zum Beispiel aus Syrien, Bulgarien und der Ukraine.

Was bedeutet das Deutschlandstipendium für diese Studierenden?

Die Zuerkennung des Stipendiums ist ein besonderes Erlebnis und zugleich Ausdruck einer wertvollen Anerkennung ihrer Leistungen und ihres Engagements. Für unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten ist diese Form der Wertschätzung zugleich auch ein Antrieb, etwas davon an die Gemeinschaft und Öffentlichkeit zurück zu geben.

Wie erleben Sie die ausländischen Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten an Ihrer Hochschule?


Wir erleben sie äußerst engagiert im Hochschulbetrieb, sei es in der ehrenamtlichen Mitarbeit in Gremien oder bei der Initiierung neuer Veranstaltungsformen wie zum Beispiel Benefizkonzerte. Das Deutschlandstipendium ist ein hoher Motivationsfaktor für die Studierenden, sich aktiv in die Gemeinschaft an der Hochschule einzubringen.

Inwiefern fördert das Deutschlandstipendium den kulturellen Austausch?

Ich freue mich, dass unsere Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten dieses Jahr den Wettbewerb „Macht was draus!“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gewonnen haben. Die Organisation und das Engagement für ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins Asyl e.V. Jena bildete die Grundlage des Erfolgs. Der kulturelle Austausch während der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung solcher Veranstaltungen gestaltet sich sehr intensiv. Es müssen Absprachen getroffen, Arbeitssitzungen einberufen und Interessen gegenseitig abgewogen werden. All das fördert die kulturelle Vielfalt und das Toleranzverständnis für unterschiedliche Meinungen und Ideen. Unsere Deutschlandstipendiatinnen und Deutschlandstipendiaten sprechen dabei eine universelle Sprache: die der Musik. Denn Musik braucht keine Dolmetscher. Dieser Gedanke wird mehr denn je hier an der Hochschule für Musik Weimar deutlich.

Welche Rolle spielt der Austausch zwischen Förderern und Stipendiatinnen und Stipendiaten?

Unseren Förderern ist viel daran gelegen, jungen Musikerinnen und Musikern, aber auch Studierenden der Musikwissenschaft die Chance auf ein sorgenfreies Studium zu ermöglichen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten wiederum suchen aktiv den Kontakt zu ihren Förderern, denn auch sie wollen etwas zurückgeben und sich bedanken. So kam es bereits zu zahlreichen gemeinsamen Veranstaltungen, bei denen sie ihr musikalisches Können zeigen konnten. Einer unserer Bratschenstudenten gestaltete zum Beispiel die musikalische Umrahmung von Veranstaltungen des Verbands der Thüringer Wirtschaft. Insgesamt spiegelt der Austausch zwischen Förderern und Stipendiatinnen und Stipendiaten sprichwörtlich ein mittlerweile etabliertes Wertesystem des großherzigen Geben und Nehmens wider.

Bitte ergänzen Sie den folgenden Satz: Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar vergibt Deutschlandstipendien, weil ….

… viele hochbegabte Studierende dringend darauf angewiesen sind.