Da geht noch mehr

Das Deutschlandstipendium ein Jahr nach dem Start

Berlin, 30. Mai 2012

Fünf Personen bei der Veranstaltung Da geht noch mehrFoto | BMBF: Ein Jahr Deutschlandstipendium: Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen mit den Deutschlandstipendiaten (v.l.n.r.) Michael Binder, Dorothee Fischer, Zhanna Karakulka und Bastian Spötter, © 2012Rund 5.400 Studierende wurden 2011 mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Noch in diesem Jahr sollen es deutlich mehr werden. Das Prinzip: Für eine Mindestförderdauer von zwei Semestern kommen 150 Euro monatlich von privaten Förderern, weitere 150 Euro gibt der Bund dazu. Die Rechnung könnte aufgehen. Die aktuelle Bundesstatistik belege, dass das Deutschlandstipendium gut ankomme: "Wir stehen am Beginn einer neuen Stipendienkultur", sagte Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, am Mittwoch.

Rund 300 Gäste aus Hochschule, Wirtschaft und Politik haben sich am Mittwoch ein Jahr nach Start des Deutschlandstipendiums auf Einladung des Bundesbildungsministeriums, der Hochschulrektorenkonferenz und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft zu Erfahrungen und Perspektiven des neuen Modells in der Spitzenförderung ausgetauscht. Dabei zogen die Akteure des Deutschlandstipendiums eine positive Bilanz. "Wir stehen am Anfang einer neuen Stipendienkultur", sagte Staatssekretärin Quennet-Thielen. Sie äußerte die Zuversicht, "dass noch mehr Hochschulen und potenzielle Förderer die Chancen des Deutschlandstipendiums erkennen."

Chefsache Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium fördere schon jetzt erkennbar das Bewusstsein bei der Wirtschaft, Verantwortung für Hochschulbildung zu übernehmen, resümierte Renate Lieckfeldt, Rektorin der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Die Hochschule hat bereits im ersten Anlauf gute Erfahrungen bei der Mitteleinwerbung gemacht. "Wir haben nur eine einzige Absage erhalten", so Lieckfeldt. Doch da ginge sicherlich noch mehr. Die Hochschulrektorin rät dazu, das Deutschlandstipendium zur Chefsache zu machen und sowohl die einzelnen Fakultäten als auch die jeweiligen Industrie- und Handelskammern vor Ort in die Mitteleinwerbung einzubeziehen. Darüber hinaus sei ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass es gelänge, den Austausch der Stifter sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten untereinander zu fördern.

Drei Personen am PodiumRoland Hoffmann-Theinert fördert privat mit dem Deutschlandstipendium, © BMBF 2012

Nahezu jeder kann mitfördern

Grundsätzlich betonten nahezu alle Diskussionsteilnehmer den Vorteil, dass das Deutschlandstipendium sowohl große Unternehmen als auch kleine und mittlere Unternehmen und private Förderer anspreche. Das Deutschlandstipendium erlaube erstmals ein bürgerschaftliches Engagement in diesem Bereich, nahezu jeder könne hier mitfördern, sagte der Berliner Rechtsanwalt Roland Hoffmann-Theinert, der an der Freien Universität fördert. Das Deutschlandstipendium sei die geeignete Plattform für eine breite und vielfältige Förderkultur, die Deutschland brauche, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, ist der Finanzrechtsexperte überzeugt.

Studieren in Deutschland wird attraktiver

Diejenigen, die in erster Linie davon profitieren, wissen das zu schätzen: "Dass sich private Förderer und kleine wie große Unternehmen so für uns einsetzen, ist enorm. Das Deutschlandstipendium macht Studieren in Deutschland noch attraktiver", findet Deutschlandstipendiatin Zhanna Karakulka. Die gebürtige Weißrussin studiert Wirtschaftsinformatik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Deutschlandstipendiat Bastian Spötter pflichtet ihr bei. Den gelernten Industriemechaniker und angehenden Architekten freut vor allem, dass die Förderung auch Studierenden offensteht, die so wie er nicht aus Akademikerfamilien stammten. Schon jetzt sprechen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes dafür, dass die Förderung bei einer breiten Gruppe Studierender ankommt.

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