Kraftquelle Deutschlandstipendium

Deutschlandstipendiatin Caroline Schambeck will im kommenden Jahr ihren Master in Geochemie abschließen. Ihre Pläne verfolgt die 27-Jährige zielstrebig – trotz der unheilbaren Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Das Deutschlandstipendium gibt der Wahl-Münchnerin Kraft im Kampf gegen die Krankheit.

Deutschlandstipendiatin Caroline Schambeck | © Nicole Schambeck Kurz nach der Geburt erfuhren ihre Eltern, dass sie an Mukoviszidose leidet. Regelmäßige Arztbesuche und Kontrolluntersuchungen sind für Caroline Schambeck deshalb schon ihr ganzes Leben lang selbstverständlich. Die Deutschlandstipendiatin der Ludwig-Maximilians-Universität München hat gelernt, die Krankheit in ihren Alltag zu integrieren. „Die gehört zu mir. Das macht mich aus“, sagt sie. Bei Mukoviszidose produziert der Körper aufgrund eines Gendefektes einen zähflüssigen Schleim, der sich in verschiedenen Organen festsetzen kann. Bei Caroline Schambeck sind vor allem die Bauchspeicheldrüse und die Lunge betroffen. Diese ist mittlerweile so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass Caroline Schambeck auf eine Lungentransplantation hofft. Ihre Träume und Ziele der Krankheit unterzuordnen, kam für die Deutschlandstipendiatin allerdings nie in Frage. Ihre Devise lautet: Versuchen und schauen, ob es klappt. „Und wenn es nicht funktioniert, suche ich nach einer anderen Lösung.“

Ein wichtiges Ruhepolster

Im Jahr 2012 hat Caroline Schambeck in München ihr Studium der Geowissenschaften begonnen. Ihren Bachelor hat sie bereits abgeschlossen, gerade bereitet sie sich auf ihren Master in Geochemie vor. Ihre Kräfte muss sich die Studentin gut einteilen: „Nur, wenn es mir gut geht, kann ich viel schaffen.“ Ihre Familie ist für Caroline Schambeck die größte Stütze. Ihr ist es aber auch wichtig, auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb hat sie nach einer Möglichkeit gesucht, sich ihr Studium selber zu finanzieren. Auf das Deutschlandstipendium haben sie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aufmerksam gemacht, aktuell wird sie bereits zum dritten Mal gefördert. Die stetige finanzielle Unterstützung ist für sie eine Erleichterung: „Das Deutschlandstipendium ist wie ein großes Ruhepolster“, sagt sie. Aber: „Ich ruhe mich nicht darauf aus, sondern schöpfe daraus Kraft.“ Doch für Caroline Schambeck zählt nicht nur das Geld. Sie empfindet es als Anerkennung, dass die Hochschulen bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten nicht nur auf Noten achten: „Ich finde es toll, dass das Deutschlandstipendium auch auf persönliche Leistungen abzielt. Dass gesehen wird: Es gibt Menschen, die bewältigen neben dem Studium noch andere Dinge – sei es eine Erkrankung oder etwas Soziales, für das man sich engagiert.“

Kleine Siege, große Ziele

Caroline Schambeck erzählt, dass dieser Aspekt auch ihrem aktuellen Förderer wichtig ist. Jan-Jörg Müller-Seiler unterstützt sie als Privatperson. Die beiden haben sich das erste Mal bei der diesjährigen Stipendienvergabefeier der LMU München im Mai 2017 persönlich kennengelernt. Seitdem tauschen sie sich in regelmäßigen Abständen aus. „Zu meiner Masterarbeit hat er einen Zwischenbericht bekommen, damit er sieht, wie es läuft und was bisher rausgekommen ist. Auch wenn ich mein Studium wegen einer Reha unterbrechen muss, gebe ich ihm Bescheid. Dann erkundigt er sich, wie es mir geht.“ Auf diese Weise nimmt er ein Stück weit an ihrer Entwicklung teil und unterstützt sie darin, ihre Ziele zu erreichen. Der nächste große Meilenstein ist für Caroline Schambeck der Abschluss ihres Studiums. Im kommenden Jahr will sie fertig sein: „Durch das Deutschlandstipendium habe ich bald meinen Master in der Tasche. Das ist ein kleiner Sieg im Kampf gegen die Krankheit.“