Hörsaal-Wissen meets Zahnarzt-Praxis

Der Deutschlandstipendiat Joel Rockhoff und sein Förderer Dr. med. dent. Kai Dannenberg haben viel Gesprächsstoff. Der eine studiert Zahnmedizin, der andere ist Partner einer Düsseldorfer Zahnarztpraxis – und wurde während seines Studiums an der Heinrich-Heine-Universität selbst gefördert. Den fachlichen und persönlichen Austausch möchten beide nicht mehr missen.

Zahnmedizinstudent Joel Rockhoff und Dr. Kai DannenbergZahnmedizinstudent Joel Rockhoff und Dr. Kai Dannenberg | © Privat / Die Pluszahnärzte®Auf die Idee, sich für das Deutschlandstipendium zu bewerben, wäre der Zahnmedizin-Student Joel Rockhoff selbst vielleicht nicht so schnell gekommen. Den Anstoß dazu gab seine Ehefrau, kurz nachdem der heute 23-Jährige das Vorphysikum an der HHU Düsseldorf bestanden hatte: „Sie war an ihrer Uni selbst Stipendiatin und hat mich dazu ermuntert, auch eine Bewerbung einzureichen.“ Daraufhin versuchte Joel Rockhoff sein Glück. Mit Erfolg: Seit Oktober 2016 wird er mit dem Deutschlandstipendium gefördert. Für ihn eine große Erleichterung: „Dank der finanziellen Unterstützung kann ich mich vollkommen auf das Studium konzentrieren.“ Was es heißt, Zahnmedizin zu studieren, weiß auch sein Förderer Kai Dannenberg: „Das Studium erfordert sehr viel Selbstständigkeit. Man muss sehr, sehr viel anpacken.“ Der leitende Zahnarzt studierte selbst an der HHU Düsseldorf und auch er hat während seines Studiums als Stipendiat vom Deutschlandstipendium profitiert: „Ich konnte unabhängiger sein – zeitlich und finanziell.“ Darüber hinaus gewann er spannende Einblicke in die praktische Arbeit und erhielt Zugang zu neuen Netzwerken. Heute ist Kai Dannenberg Partner in der Praxis seines ehemaligen Förderers. Eine weitere Motivation, sich selbst für junge Talente zu engagieren: „Wir haben uns gemeinsam dazu entschlossen, mit dem Deutschlandstipendium auch weiterhin den direkten Kontakt zu angehenden Zahnmedizinern zu suchen und sie zu fördern“, erklärt er.

Praktische Erkenntnisse, die überraschen
Auf der Stipendienvergabefeier der Hochschule im Dezember 2016 haben sich der Zahnarzt und der Zahnmedizinstudent erstmals persönlich kennengelernt. Darauf folgte für Joel Rockhoff gleich die Einladung zur Praxis-Weihnachtsfeier: „Das war quasi selbstverständlich“, erzählt Kai Dannenberg. Seitdem verbindet die beiden Zahnmediziner ein fachlicher und freundschaftlicher Austausch, der für beide Seiten ein Gewinn ist. „Das Studium ist manchmal sehr theoretisch. Der Austausch mit einem praktizierenden Zahnarzt holt mich auf den Teppich zurück“, berichtet Joel Rockhoff. Von Kai Dannenberg hat er schon so manches gelernt, was im Hörsaal nicht vermittelt werden kann. Eine überraschende Erkenntnis, die er schon gemacht hat: „Man hat in der Zahnmedizin oft das Gefühl, dass alles wie am Fließband läuft. Dass der Patient nur von den Helferinnen betreut wird, der Zahnarzt einmal reinguckt und durch die nächste Tür wieder rausgeht“, erzählt er. Doch durch den Kontakt zu seinem Förderer hat sich Joel Rockhoff sein eigenes Bild machen können: „In der Praxis ist es ganz anders. Da geht es wirklich darum, den Patienten zu betreuen.“

Jeder kann belohnt werden
Andersherum lernt auch der erfahrene Zahnarzt Kai Dannenberg nie aus. Durch Joel Rockhoff bleibt er auf dem neusten Stand: „Man kann noch so viele Fachbücher und Fachzeitschriften lesen, die wissenschaftlichen Entwicklungen kriegt man nur hautnah mit, wenn man Leute kennt, die noch studieren“, sagt er. Aber nicht immer geht es nur um Fachfragen zu neuen Behandlungsmethoden oder innovativen Techniken. Manchmal sind auch ein paar beruhigende Worte von Kai Dannenberg für den Nachwuchs hilfreich: „Im Studium sieht man im Grunde nur Klausuren. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie man im Job arbeiten wird. Ein Rat wie ‚Nimm das nicht so ernst mit den Klausuren‘ oder ‚Später wird alles besser‘ – das macht schon viel aus.“ Was dem Wahl-Düsseldorfer über die Austauschmöglichkeiten hinaus besonders gut am Deutschlandstipendium gefällt, sind die Kriterien, nach denen die Hochschulen ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten auswählen: „Es geht primär um Leistung. Jeder kann belohnt werden, egal welchen sozialen Hintergrund die Person hat.“