Erster. Jüngster. 100.

Ein Auslandssemester in Paris, die Gründung der eigenen Firma – vieles wäre ohne das Deutschlandstipendium für Michael Wabiszczewicz nicht möglich gewesen. Deshalb beschloss der 28-jährige Wirtschaftsingenieur und Jungunternehmer aus Bielefeld, direkt nach seinem Studium selbst Förderer zu werden.

Frischgebackener Absolvent und fördernder Jungunternehmer Michael Wabiszczewicz | © MinoltArtSo schnell kann es gehen: Erst im Juli hat Michael Wabiszczewicz seine Masterarbeit abgegeben. Eben noch Student, wird der ehemalige Deutschlandstipendiat der Universität Paderborn ab dem kommenden Wintersemester selbst Förderer sein. „Das Deutschlandstipendium hat mir viel Rückenwind gegeben, Möglichkeiten eröffnet und Zeit verschafft, mich zu orientieren“, erzählt er. „Ich konnte viele Kontakte knüpfen und finde, dass es eine gute Sache ist.“ Die Entscheidung, nach dem Studium sofort zu fördern, fiel Michael Wabiszczewicz nicht schwer. Sein Engagement für die Stiftung Studienfonds OWL, die an den Universitäten Bielefeld und Paderborn, der Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe sowie der Hochschule für Musik Detmold das Deutschlandstipendium vergibt, macht ihn zu einem echten Pionier: Er ist der erste ehemalige Studienfonds OWL-Stipendiat, der nun selbst fördert und war der 100. Spender im Rahmen einer großen Jubiläumskampagne, die die Stiftung anlässlich ihres zehnjährigen Bestehen gestartet hatte. Und damit nicht genug. Lachend ergänzt er: „Ich glaube, ich bin hier bis dato auch der jüngste Förderer.“

Escape Games neben der Masterarbeit
Mit seinen 28 Jahren hat Michael Wabiszczewicz auch so schon viel erreicht. Während seiner Zeit als Deutschlandstipendiat gründete er mit einem Freund in Bielefeld ein Unternehmen für Escape Games – Rollenspiele, bei denen die Spieler knifflige Rätsel lösen, um sich aus einem verschlossenen Raum zu befreien. Den Anfang machte ein Businessplan-Projekt während des Studiums, ein paar Monate und Gespräche später wurde daraus eine Firmenidee. „Raum & Zeit“, so heißt sein Unternehmen, wurde im November 2015 eröffnet. „Die letzten eineinhalb Jahre waren für mich wie auf der Überholspur“, erinnert sich Michael Wabiszczewicz. Das Deutschlandstipendium hat ihn zeitlich und finanziell entlastet und ihm darüber hinaus die Türen für seine Masterarbeit geöffnet. Diese schrieb der junge Gründer parallel bei seinem ehemaligen Förderer, dem Elektrogerätehersteller Miele. Der Austausch auf allen Ebenen war rege, die Treffen mit den anderen Miele-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie der Kontakt zu den Mitarbeitern für Michael Wabiszczewicz eine wertvolle Erfahrung.

Wissen, wo es ankommt
Aufgrund seiner positiven Erfahrungen war es für Michael Wabiszczewicz klar, dass er mit seiner eigenen Firma möglichst schnell selbst fördern möchte. „Beim Deutschlandstipendium habe ich ein sehr gutes Gefühl und weiß, dass unsere Spende dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“ Ihm geht es aber nicht nur um Wohltätigkeit. Förderer zu sein ist für ihn eine weitere spannende Seite der Selbstständigkeit. Er ist neugierig auf das, was ihn erwartet. Nicht nur, dass das Netzwerk der Studienfonds OWL-Förderer für seine junge Firma hilfreich sein könnte. Er würde sich besonders freuen, wenn seine Stipendiatin oder sein Stipendiat auch gründungswillig wäre. Dann würden er und sein Geschäftspartner gerne ihre Tipps und Tricks verraten: „Es gibt so viele gute Ideen, aber oft fehlt der Mut, diese auch umzusetzen. Wenn man jedoch mit Herzblut dabei ist und hinter seiner Idee steht, dann klappt es auch. Das wollen wir gerne weitergeben.“ Ein Vorbild will Michael Wabiszczewicz auch für alle anderen ehemaligen Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten sein: „Ich möchte als gutes Beispiel vorangehen, indem ich jetzt selbst Förderer bin. Ich kann nur jeden dazu ermutigen, es auch zu tun.“