Mit dem Deutschlandstipendium den Standort stärken

Beide haben Wirtschaftsinformatik in Saarbrücken studiert und wurden währenddessen mit dem Deutschlandstipendium gefördert: Heute sind Tim Niesen und Sharam Dadashnia Doktoranden, haben eine gemeinsame Firma für Software-Entwicklung und engagieren sich selbst als Förderer. Warum ihnen das Deutschlandstipendium am Herzen liegt, erklären die Jungunternehmer im Interview.

Tim Niesen und Sharam Dadashnia Start-up-Gründer Tim Niesen und Sharam Dadashnia | © www.isol.de

Herr Niesen, Herr Dadashnia, während Ihres Studiums an der Universität des Saarlandes waren Sie selbst Deutschlandstipendiaten. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Tim Niesen: Wir haben diese Zeit beide als sehr positiv in Erinnerung. Die finanzielle Entlastung war ein wichtiger Aspekt. Außerdem habe ich das Deutschlandstipendium als fachliche Wertschätzung für die Leistungen empfunden, die ich im Studium erbracht habe. Das war ein großer Ansporn für mich. Ich habe aus meiner Zeit als Stipendiat wirklich sehr viel mitnehmen können.

Sharam Dadashnia: Ich kann mich nur anschließen. Für mich stand beim Deutschlandstipendium außerdem der Netzwerkgedanke weit im Vordergrund. Bei den Veranstaltungen, die wir im Rahmen des Stipendiums besucht haben, konnten wir sehr viele Kontakte knüpfen und uns mit anderen Stipendiaten und Förderern austauschen. Das war im Nachhinein sehr wertvoll.

Bei Ihnen hat der Kontakt zur StudienStiftungSaar (StSS), die im Saarland die Akquise und Verwaltung des Deutschlandstipendiums für alle teilnehmenden Hochschulen übernimmt, sogar zur Firmengründung beigetragen. Richtig?

Niesen: Genau. Im Rahmen eines Studienprojektes haben wir damals für die StSS eine Bewerberplattform entwickelt. Das Produkt kam gut an und dann haben wir überlegt, wie es sich auch für andere Kunden vermarkten lassen könnte. So entstand die Idee zu iSol, gegründet haben wir die Firma 2015.

Sie haben sich ziemlich schnell nach der Gründung entschieden, selbst ein Deutschlandstipendium zu fördern. Wie kam es dazu?

Dadashnia: Vom Geförderten zum Förderer, das war unser Motto. Da war der Gedanke: Jetzt wollen wir auch etwas zurückgeben.

Niesen: Toll ist, dass unser Stipendiat, genau wie wir früher, Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes studiert. Wir fördern ihn von Beginn seines Studiums an. Das ist schön, weil wir ihn auch intensiv zu Studienfragen beraten können. Und wir haben auch etwas davon: Durch unseren Stipendiaten erfahren wir, was aktuell in den Hörsälen gelehrt wird.

Ihren Stipendiaten kennen Sie also auch persönlich?

Dadashnia: Ja, das ist uns auch sehr wichtig. Wir treffen uns regelmäßig, er hat bereits ein Praktikum bei uns absolviert, und wir könnten uns vorstellen, ihn als Werkstudenten einzustellen. Denn durch den Kontakt zur jüngeren Generation – auch wenn wir jetzt nicht so weit auseinander sind – können wir viel lernen. Das ist auch für unsere unternehmerische Tätigkeit wertvoll.

Warum würden Sie auch anderen Unternehmen und jungen Gründern empfehlen, das Deutschlandstipendium zu fördern?

Niesen: Vor allem der Kontakt zwischen angehenden Fachkräften und regionalen Firmen ist ungeheuer wichtig. Denn obwohl es hier in der Region viele Unternehmen aus den Bereichen Informatik und Wirtschaftsinformatik gibt, ist das Saarland nicht unbedingt als Silicon Valley Deutschlands bekannt. Junge Leute hierher zu bringen und sie zu halten, ist deshalb auch im Interesse der ganzen Branche.

Dadashnia: Ich finde es gut und wichtig, dass in Deutschland eine Stipendienkultur etabliert wird. In anderen Ländern ist das längst gang und gäbe. Wir selbst haben sehr vom Deutschlandstipendium profitiert und wünschen das auch anderen Studierenden.