Alltagshelden für eine starke MINT-Bildung

Seit zwei Jahren fördert der Ford Fund Lehramtsstudierende mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität zu Köln. Warum es für einen der größten Automobilkonzerne der Welt so wichtig ist, dass angehende Lehrkräfte motiviert und gut ausgebildet sind, berichtet Dr. Wolfgang Hennig, Ford-Werke GmbH.

Dr. Wolfgang Hennig (Mitte) mit Ford-MINT-Stipendiatinnen und -Stipendiaten beim Get together 2015| © Universität zu KölnDie Stiftung des amerikanischen Autobauers Ford hat in den USA eine lange Tradition. Seit 2013 ist der Ford Fund auch in Deutschland aktiv und will mit seinem Engagement hierzulande daran mitwirken, die Qualität der MINT-Bildung zu verbessern. „Das liegt im gesamtgesellschaftlichen Interesse“, sagt Dr. Wolfgang Hennig, Programm-Manager für Bürgerschaftliches Engagement bei den Kölner Ford-Werken. Engagierten Lehrerinnen und Lehrern misst die Stiftung eine zentrale Rolle bei: „Lehrende sind Alltagshelden. Nur erstklassige und motivierte Lehrer können Schüler für Naturwissenschaften und Technik begeistern.“ Der Ford Fund macht sich deshalb mit dem Deutschlandstipendium gezielt für talentierte Nachwuchslehrkräfte im MINT-Bereich stark und engagiert sich als Förderer an der Universität zu Köln, der größten lehramtsausbildenden Hochschule in Europa: „Wer gute Bildung ernten will, muss erstklassige Lehrkräfte säen und in deren Ausbildung investieren. Stipendien sind ein kleiner, aber konkreter Beitrag.“ Dass aktuell ausgerechnet fünf Lehramtsstudentinnen im Rahmen des Deutschlandstipendiums auf die Unterstützung des „Ford MINT-Didaktik Stipendiums“ zählen können, ist durchaus erwünscht: „Weiblichen Nachwuchs zu fördern, ist uns ein besonderes Anliegen“, erklärt Wolfgang Hennig. Denn Stiftung und Ford-Werke GmbH fördern seit rund 20 Jahren gezielt Mädchen und Frauen im MINT-Bereich. Mit Erfolg: 20 Prozent der Ford-Azubis in technischen Berufen sind inzwischen weiblich – der Branchendurchschnitt liegt bei nur fünf Prozent.

Junge Lehrerpersönlichkeiten stärken

Als Stipendiatinnen und Stipendiaten des Ford Funds profitieren die Studierenden nicht nur finanziell. Auf die ideelle Förderung legt Ford großen Wert. Wolfgang Hennig berichtet: „Gemeinsam mit der Uni Köln offerieren wir ein breites Portfolio zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.“ Dazu gehören zahlreiche Veranstaltungen, wie Vorträge oder auch mal ein Abendessen mit Expertinnen und Experten. Die Angebote sollen zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern die Gelegenheit geben, ihren Horizont zu erweitern und sich auf hohem Niveau auszutauschen. Wolfgang Hennig erläutert: „Lehrkräfte wirken primär durch ihre Persönlichkeit, diese wollen wir zusätzlich stärken.“ Ford MINT-Didaktik Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten individuelles Mentoring und können sich an Projekten zur MINT-Bildung sowie beim Ford Volunteering beteiligen. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig, denn am deutschen und europäischen Hauptsitz in Köln ist der Automobilbauer besonders engagiert.

Spielentscheidend für die Gesellschaft

Dass sich mit dem Deutschlandstipendium Staat und Gesellschaft gemeinsam für junge Talente einsetzen, hat laut Wolfgang Hennig für Ford eine besondere Bedeutung: „Diese Partnerschaft ist stimmig und hat auch Symbolkraft, denn Bildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“ Außerdem gut aus seiner Sicht: „Konkret verdoppelt das Deutschlandstipendium die Ford Fund-Fördersumme und damit die Anzahl der Stipendien.“ Wolfgang Hennig wünscht sich deshalb, dass sich noch mehr private Förderer für Lehramtsstudierende und das Deutschlandstipendium einsetzen: „Motivierte und top ausgebildete Lehrkräfte, vor allem in MINT-Fächern, sind Bildungsvermittler und damit spielentscheidend für unsere Gesellschaft und ihre Entwicklung. Gute Bildung und Bildungsgerechtigkeit kann deshalb jede denkbare Unterstützung brauchen – als gemeinsame Investition in die Zukunft.“