Engagiert und vernetzt zum Erfolg

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zeichnete im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs „Engagement gewinnen, Vernetzung gestalten“ Hochschulen für ihre kreativen Konzepte zur Förderergewinnung und Netzwerkarbeit aus. Die Gewinner, die auf der Jahresveranstaltung 2017 in München prämiert wurden: der Berliner MINT-Verbund Deutschlandstipendien, die HTW Dresden und die Stiftung Universität Hildesheim. 

Berliner MINT-Verbund Deutschlandstipendien: Mit vereinten Kräften für den Nachwuchs

Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (2. v. l.) und Dr. Alexander Tiefenbacher (1. v. r.), Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, zeichnen die Gewinner aus. Hier: der Berliner MINT-Verbund Deutschlandstipendien | © offenblen.de/Robert BergemannIn Berlin machen sich sechs Hochschulen* - drei Universitäten und drei Fachhochschulen - gemeinsam stark: Für MINT-Studierende, klein- und mittelständische Unternehmen der Region und für die Vernetzung von Hochschule und Wirtschaft. „Der Vorteil eines solchen Zusammenschlusses ist, dass wir mit einer Stimme sprechen und mehr Sichtbarkeit erzeugen“, erklärt Katja Weltin, Leiterin des Referats Career Service an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, wo die zentrale Koordinationsstelle für den Verbund angesiedelt ist. Auch mit an Bord: Die Berliner Wirtschaft, die das Projekt für zwei Jahre fördert. Dadurch können die Verbundhochschulen 180 junge Talente mehr mit einem Deutschlandstipendium unterstützen. „Im Grunde ist es eine Art Schnupper-Abo für die Unternehmen: Sie können das Deutschlandstipendium kostenfrei ausprobieren und als ideelle Förderer und Patenunternehmen für angehende akademische Fachkräfte wirken. Natürlich hoffen wir, dass sie dann auch dabeibleiben und sich über die Projektlaufzeit hinaus für das Deutschlandstipendium engagieren“, ergänzt Katja Weltin. Die finanzielle Förderung wird durch ein Begleitprogramm ergänzt, das die Hochschulen gemeinsam auf die Beine gestellt haben: Anlässe zum Austausch bilden jährliche Netzwerktreffen sowie sechs MINT Lectures, zu denen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Unternehmen im Verbundnetzwerk, die Hochschulleitungen und weitere Interessierte eingeladen werden. In naher Zukunft möchte der Verbund der Vernetzung sogar eine ganztägige Veranstaltung widmen: „Wir planen einen MINT-Day mit Job Speed Dating, Key Note Lectures, Podiumsdiskussionen, Panels und Präsentationen“, verrät Katharina Arseven, Projektkoordinatorin an der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

*Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin, Beuth Hochschule für Technik Berlin, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden: Durchstarter treffen Startups

Die HTW Dresden überzeugte die Wettbewerbs-Jury mit ihrem Konzept „Gründergeist meets Deutschlandstipendium“ | © offenblen.de/Robert BergemannDie Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) wirbt gezielt bei Gründern und Startups für das Deutschlandstipendium. Zahlreiche Alumni haben während oder nach ihrem Studium an der HTW ein eigenes Unternehmen gegründet. Unter dem Titel „Gründergeist meets Deutschlandstipendium“ greift die Hochschule diese Kontakte auf, um junge Unternehmensgründer als Förderer des Deutschlandstipendiums zu gewinnen. „Wir unterstützen die Studierenden und ihre Gründungspläne während ihrer Zeit an der Hochschule. So kam die Frage auf, was sie eventuell einmal zurückgeben können“, berichtet Prof. Dr. Ralph Sonntag, Prorektor für Lehre und Studium und wissenschaftlicher Leiter der Gründungsschmiede an der HTW. Die Hochschule ist auf Netzwerkveranstaltungen von regionalen Startups und Investoren präsent, bietet aber auch eigene Formate zum Austausch an, unter anderem einen Business Idea Slam. „Die Leute kommen natürlich wegen des Formats, aber auch um sich neue Ideen und Kontakte zu holen. Darauf bauen wir auf und platzieren das Thema Deutschlandstipendium“, so Ralph Sonntag. Um die Entscheidung für eine Förderung zu erleichtern, können die Jungunternehmen auch gemeinsam Stipendien stiften. Ralph Sonntag sieht in dem Austausch von Studierenden und Gründern großes Potenzial: „Das Deutschlandstipendium ermöglicht es ihnen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Pläne zu schmieden.“ Stichwort Pläne: Die HTW arbeitet schon längst am Ausbau ihres Netzwerks. So wird die Hochschule verstärkt auf relevante Wirtschaftsverbände und deren mittelständische Mitgliedsfirmen zugehen und die Möglichkeit, gemeinsam Stipendien zu vergeben, bewerben. Zudem soll eine Crowdfunding-Kampagne weitere potenzielle Förderer aktivieren.

Stiftung Universität Hildesheim: Bildungsstifter gesucht!

„Bildung Stiften 111!“ lautet das Motto der Stiftung Universität Hildesheim, die Bürgerinnen und Bürger als Förderer gewinnen will. | © offenblen.de/Robert BergemannDie Universität Hildesheim hat sich unter dem Motto „Bildung Stiften 111!“ zum Ziel gesetzt, im Studienjahr 2017/18 111 Deutschlandstipendien zu vergeben – die in diesem Jahr nach der Höchstförderquote maximal mögliche Anzahl an Stipendien. Dabei setzt sie insbesondere auf Privatpersonen, die sich für den Nachwuchs im Bildungsbereich engagieren möchten. „Wir versuchen, die Bürgerinnen und Bürger über einen philanthropischen Ansatz zu gewinnen. Das liegt unter anderem daran, dass der Standort Hildesheim eine geringere Zahl finanzkräftiger Unternehmen hat als beispielsweise das nahe gelegene Hannover“, erklärt Markus F. Langer, an der Hochschule verantwortlich für das Fund- und Friendraising. Im Rahmen ihrer Netzwerkaktivitäten betont die Universität bewusst ihren kultur- und geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt sowie ihre große Anzahl an Lehramtsstudierenden. „Gerade im Lehramtsbereich gehen wir gezielt auf Alumni zu. Wer heute selbst noch Lehrerin oder Lehrer ist oder gerade noch war, weiß genau, wie wichtig es ist, die Studierenden auf die Herausforderungen des heutigen Lehrerinnen- und Lehrerberufs vorzubereiten“, so Markus F. Langer. Ein weiterer Ansatz der Universität ist, bestehende Förderer des Deutschlandstipendiums als Multiplikatoren zu gewinnen. „Wir veranstalten unter anderem ein Stifterfrühstück und einen Deutschlandstipendienlunch mit unserem Vizepräsidenten für Stiftungsentwicklung und laden unsere Förderer auch dazu ein, interessierte Gäste mitzubringen“, erklärt Markus F. Langer. Alle Aktivitäten werden über ein eigens eingerichtetes Servicebüro koordiniert und umgesetzt, das künftig auch von Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten unterstützt wird. Ehrenamtlich stehen die Studierenden für Fragen oder Informationen zur Verfügung: „Denn wer kann besser über ein solches Stipendium Auskunft geben als diejenigen, die es selbst schon seit einiger Zeit bekommen“, sagt Markus F. Langer.