Nicht nur Geld ist Gold wert

Die ideelle Förderung der Stipendiatinnen und Stipendiaten ist eine wichtige Säule des Deutschlandstipendiums. Ob große Universität oder kleine Fachhochschule: Viele Einrichtungen beweisen bei der Gestaltung von Netzwerkveranstaltungen, Exkursionen oder Workshops Kreativität. Warum die ideellen Förderangebote ihrer Hochschulen ein Gewinn sind, berichten die Stipendiaten Pascal Eberz (LMU München), Lisa Jessen (htw saar) und Lukas Bremer (Fachhochschule Lübeck).

Horizonte erweitern: Vortragsreihen von Stipendiaten für Stipendiaten

Pascal Eberz fördert durch die Organisation von Vortragsreihen den interfakultären Austausch | © Catharina BroermannDeutschlandstipendiat Pascal Eberz studiert Medizin an der LMU München. Seit über einem Jahr ist der 26-Jährige Mitorganisator der monatlich stattfindenden Vortragsreihen, die als Teil des ideellen Förderangebots seiner Hochschule ausgerichtet werden – von Stipendiaten für Stipendiaten. Pascal Eberz erzählt: „Die Vorträge finden über das ganze Semester hinweg statt. Meist referieren an einem Abend drei Redner über ein Thema ihrer Wahl. Natürlich haben die Inhalte oft einen Bezug zum jeweiligen Studienfach.“ Von der Psychologie über Evangelische Theologie bis hin zur Pharmazie: Die Vorträge, zu denen auch die Förderer eingeladen werden, sind so vielfältig wie die Stipendiatinnen und Stipendiaten der LMU München selbst. Erst kürzlich hat auch Pascal Eberz wieder einen Vortrag gehalten. Der Titel: „Der Sensenmann hinterlässt Spuren – Basics der Forensik“. Besonders spannend findet der angehende Mediziner immer auch die anschließenden Diskussionen und Fragerunden: „Bei den Vortragsreihen beschäftigen sich Studierende verschiedener Fakultäten mit verschiedenen Themen und tragen Standpunkte vor, auf die man selbst vielleicht sonst gar nicht gekommen wäre.“ Das empfindet Pascal Eberz als persönlichen Gewinn und er ist froh, dass ihm seine Hochschule mit dem Deutschlandstipendium diesen Blick über den Tellerrand ermöglicht: „Ich profitiere sehr von diesem interfakultären Austausch, da ich dadurch mein Wissen und meinen Horizont erweitern kann.“ Und mehr noch: Durch gemeinsame Aktivitäten wie die Vortragsreihen oder regelmäßig stattfindende Stammtische sind die Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten der LMU München zu einer Gemeinschaft geworden: „Viele Stipendiatinnen und Stipendiaten an meiner Hochschule sind zum Beispiel ehrenamtlich aktiv oder möchten ein eigenes Projekt ins Leben rufen“, erzählt er. „Dieses starke Netzwerk gibt Rückhalt und kann auch in der Zukunft noch sehr hilfreich sein.“

Eins für alle: Hochschulübergreifende ideelle Förderprogramme

Lisa Jessen profitiert vom hochschulübergreifenden Programm der StudienStiftungSaar | © Civil AcademyIm Saarland, wo Deutschlandstipendiatin Lisa Jessen an der htw saar Biomedizinische Technik studiert, übernimmt die StudienStiftungSaar (StSS) im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung die Akquise und Verwaltung des Deutschlandstipendiums für alle teilnehmenden Hochschulen. Auch das umfangreiche ideelle Förderprogramm, das die Stiftung für Deutschlandstipendiatinnen und stipendiaten bereithält, ist hochschulübergreifend angelegt. Welche Vorteile das hat, weiß die 21-jährige Lisa Jessen genau: „Das Angebot der StudienStiftungSaar ist so groß, das könnte eine Hochschule alleine gar nicht leisten.“ Kein Wunder: Über 180 Veranstaltungen stehen für die saarländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten jedes Jahr zur Auswahl. Ein Fokus liegt dabei auf dem Thema Persönlichkeitsbildung. Lisa Jessen hat bereits an verschiedenen Seminaren teilgenommen: „Das ist eine sehr gute Möglichkeit, sich zusätzlich weiterzubilden. Mir haben insbesondere die Angebote in Richtung Redekompetenz gut gefallen.“ Der Vernetzungsgedanke ist ein weiterer Aspekt, der im ideellen Förderprogramm der StSS eine wichtige Rolle spielt. Nachhaltige hochschul- und fächerübergreifende Kontakte hat auch Lisa Jessen schon knüpfen können. Über das umfangreiche Programm der StSS hinaus profitiert sie auch von den eigenen Angeboten ihrer Hochschule: „Die htw saar organisiert Kennenlern-Treffen und Exkursionen zur Berufsbild-Orientierung. Wir Stipendiaten können uns auch früher für stark nachgefragte Excel- oder Power Point-Kurse des Programms Studiumplus anmelden.“ Wenn man Lisa Jessen nach ihrem bisherigen Highlight als Deutschlandstipendiatin fragt, muss sie nicht lange überlegen: Im Herbst 2016 lud Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die Stipendiatinnen und Stipendiaten der saarländischen Hochschulen zu einem Empfang in die Staatskanzlei ein. Auch Vertreterinnen und Vertreter der RAG-Stiftung, die im Saarland vor allem Studierende mit Bezug zum Bergbau fördert, waren dabei: „Dass sich eine so ranghohe Politikerin Zeit für uns genommen hat, das war schon eine große Ehre. Die Gespräche mit der RAG-Stiftung waren für mich auch sehr interessant, da ich lange von ihr gefördert wurde und meine Familie selbst eine Bergbau-Vergangenheit hat.“

Austausch auf allen Ebenen: Cross-Table-Dinner und Zukunftswerkstätten

Lukas Bremer nutzt die Angebote seiner Hochschule für den Austausch mit Förderern und Mit-Stipendiatinnen
und -Stipendiaten | © privat
Lukas Bremer ist 26 Jahre alt und studiert im Master Angewandte Informationstechnik an der Fachhochschule Lübeck. In seiner Freizeit spielt Politik eine große Rolle. So setzt sich der der langjährige Deutschlandstipendiat unter anderem als Mitglied der Initiative „Junge Transatlantiker“ für die Beziehungen zwischen Europa und den USA ein. Der Austausch ist ihm wichtig – ein Aspekt, den er auch am Deutschlandstipendium zu schätzen weiß. Lukas Bremer findet es bereichernd, dass ihn seine Hochschule im Rahmen der ideellen Förderung zu verschiedenen Netzwerkveranstaltungen einlädt: „Der Kontakt zu den Förderern und zu meinen Mitstipendiaten aus anderen Fachgebieten macht mir Spaß und bringt mich persönlich weiter“, erzählt er. Mehrfach war er einer der Gäste beim sogenannten Cross-Table-Dinner: „Wir Deutschlandstipendiaten und unsere Förderer nehmen gemeinsam ein mehrgängiges Menü ein. Zwischen den einzelnen Gängen wird der Sitzplatz gewechselt, sodass wir auch mit anderen Förderern ins Gespräch kommen“, erklärt er. Mit der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bestehender Formate zur ideellen Förderung bietet die Fachhochschule Lübeck ihren Förderern und Geförderten jede Menge Abwechslung. Erst kürzlich lud sie die Hochschule das erste Mal zum gemeinsamen Kochen ein. Ein Testlauf mit Erfolg: „Das war noch einmal eine andere Art der Begegnung, da wir zusammen aktiv waren. Das ist bei allen sehr gut angekommen“, sagt Lukas Bremer. Neben neuen Kontakten führen Netzwerkveranstaltungen an der Fachhochschule Lübeck auf allen Seiten zu neuen Erkenntnissen. Ein Beispiel dafür sind die Zukunftswerkstätten des Deutschlandstipendiums: „Die Hochschule möchte bei diesen Treffen mit Stipendiaten und Förderern darüber sprechen, was gut läuft und was man ausprobieren könnte, um diesen bestehenden Austausch noch weiter zu vertiefen.“ Zu manch einem Anlass sind die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Fachhochschule Lübeck aber auch mal ganz unter sich. In der vergangenen Weihnachtszeit trafen sie sich das erste Mal zum gemeinsamen Pralinenkochen: „Wir haben die Pralinen unseren Förderern geschenkt. Als kleines Dankeschön für ihre Unterstützung.“