„Ein Gewinn auch für uns Förderer“

Maria Wirzberger war vor zwei Jahren selbst noch Deutschlandstipendiatin der TU Berlin. Heute fördert die 32-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin schon zum zweiten Mal privat eine Studentin ihrer ehemaligen Hochschule. Im Interview erzählt sie, warum sie dem Deutschlandstipendium als Förderin treu geblieben ist und wie ihre Botschaft an andere Ehemalige lautet.

 

Von der Stipendiatin zur Privatförderin: Maria Wirzberger | © Jan-Philipp SteinAls ehemalige Deutschlandstipendiatin der TU Berlin engagieren Sie sich bereits selbst als Privatförderin. Wie kam es dazu?

Die Idee, in Zukunft einmal selbst zu fördern, hatte ich schon als Stipendiatin, da diese Zeit für mich sehr wichtig war und ich viele positive Erfahrungen mitgenommen habe. Als 2014 meine Großmutter verstarb, wollten meine Familie und ich einen Teil der Erbschaft für gute Zwecke spenden. Ich freue mich, dass ich dem Deutschlandstipendium auf diese Weise schon jetzt etwas zurückgeben kann und jemand die Wertschätzung erfährt, die ich selbst erfahren habe. Das Deutschlandstipendium ist einfach ein wichtiger Mosaikstein meiner Persönlichkeit.

Was ist Ihnen aus Ihrer eigenen Zeit als Stipendiatin besonders in Erinnerung geblieben?

Ich konnte ideell sehr viel mitnehmen, sowohl vonseiten der TU Berlin als auch vonseiten meines Förderers IBM Deutschland. Durch die Teilnahme an den umfangreichen Förderprogrammen von IBM habe ich wichtige Einblicke erhalten und wir stehen auch heute noch in Kontakt. Zudem hatte ich die Möglichkeit, den Career Service der TU Berlin zu unterstützen. Es hat mir Spaß gemacht, Studierenden die Scheu vor der Bewerbung für das Deutschlandstipendium zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass es ganz normale Menschen sind, die gefördert werden.

Warum macht es Ihnen das Deutschlandstipendium heute leicht, sich an Ihrer ehemaligen Hochschule zu engagieren?

Das Deutschlandstipendium ist ein vergleichsweise niedrigschwelliges Programm. Der Einstieg als Förderer ist leicht und ich werde vom Career Service der TU Berlin gut unterstützt. Ich bin nicht Krösus und 150 Euro im Monat sind ein vergleichsweise geringer Betrag. Die Wirkung, die man damit erzielt, ist jedoch enorm. Mir ermöglicht das Deutschlandstipendium auch, mit der TU Berlin in Verbindung zu bleiben. Wenn ich dann noch sehe, wie sich dort das Programm weiterentwickelt, ist das für mich eine zusätzliche Bestätigung.

Sie arbeiten an der TU Chemnitz derzeit an Ihrer Dissertation und unterstützen an der TU Berlin zum zweiten Mal eine Studentin aus Ihrem Fachbereich Human Factors. Ein zusätzlicher Gewinn für beide Seiten?

Ja, auf jeden Fall. Dadurch kann ich noch stärker mit dem Studiengang, meinem Fachbereich und der Community in Berlin in Kontakt bleiben. Darüber hinaus ist es für mich eine Möglichkeit, wichtige Impulse für meine eigene Forschung zu erhalten. Aber ich gebe auch gerne meine eigenen Erfahrungen an die Stipendiatinnen weiter. Ich sehe mich als Mentorin und freue mich, wenn sie das Angebot zum Austausch annehmen. Ich stehe auch gerne in persönlichem Kontakt mit ihnen. Wir können uns treffen, wenn ich in Berlin bin, telefonieren oder E-Mails schreiben. Es ist ein Geben und Nehmen – so, wie es sein sollte.

Wie würde Ihre Botschaft an andere ehemalige Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten oder Alumni lauten?

Das Deutschlandstipendium ist ein wertvolles Programm. Wir sollten es unbedingt unterstützen, weil es eben nicht nur für die Geförderten ein Gewinn ist, sondern auch für uns Förderer.