Ein Stipendium, fünf gemeinsame Jahre

Das Kieler Ehepaar Prof. Dr. Roland und Elfriede Schauer unterstützt die Studentin Inga Boll seit fünf Jahren mit dem Deutschlandstipendium. Über die Zeit hat sich zwischen den drei Biochemie-Enthusiasten ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das von einem regen Erfahrungsaustausch geprägt ist.

Drei, die sich gut verstehen: Privatförderer Prof. Dr. Roland und Elfriede Schauer mit Deutschlandstipendiatin Inga BollDr. Roland Schauer ist emeritierter Professor der Biochemie, ehemaliger Leiter des Biochemischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und seit über 50 Jahren in der Wissenschaft tätig. Gemeinsam mit seiner Frau Elfriede Schauer fördert er das Deutschlandstipendium seit Beginn des Programms 2011. „Ich möchte etwas zurückgeben“, sagt Prof. Dr. Roland Schauer über die Motivation für sein Engagement. Er selbst konnte dank verschiedener Stipendien sein Medizin- und sein Biochemiestudium absolvieren. Auch Elfriede Schauer hat ein persönliches Anliegen: „Ich hatte als junges Mädchen nicht die Möglichkeit, eine akademische Ausbildung zu beginnen. Nun können wir eine junge Frau unterstützen. Das freut mich besonders.“ Für die Eheleute ist es eine Investition in die Zukunft. „Wir brauchen gute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Uns ist es deshalb sehr wichtig, den Nachwuchs zu fördern“, erzählt Prof. Dr. Roland Schauer und sagt: „Das Deutschlandstipendium gibt uns die Chance dazu.“

Da stimmt die Chemie
Die junge Frau, die die Eheleute unterstützen, ist Inga Boll. Die 24-Jährige studiert Biochemie/Molekularbiologie im Master und hat sich gleich zu Beginn ihres Studiums vor fünf Jahren an der CAU für das Deutschlandstipendium beworben. „Ich möchte das Deutschlandstipendium nicht mehr missen, weil die Auszeichnung auch immer eine zusätzliche Anerkennung meiner Leistungen ist“, sagt sie. Dass ihre langjährigen Förderer aus demselben Fachbereich kommen, hat Inga Boll von Anfang an als großen Vorteil empfunden. „Als ich die Eheleute Schauer kennengelernt habe, wusste ich eigentlich gar nicht so richtig, was Biochemie ist. Durch unsere Treffen und unsere Gespräche hat ihre Begeisterung auf mich abgefärbt“, erzählt sie. Regelmäßig tauschen sich die Drei persönlich bei Kaffee und Kuchen aus – über wissenschaftliche Themen, die Biochemie und das Leben.

Ein unbezahlbarer Austausch
Diesen langjährigen Kontakt empfinden sowohl die Förderer als auch ihre Stipendiatin als großes Glück. „Der Enthusiasmus, den die Eheleute Schauer für die Biochemie haben, ist die beste Motivation für mein Studium und hilft mir, auch in schwierigeren Zeiten durchzuhalten“, erzählt Inga Boll und sagt: „Ich sehe die beiden inzwischen eher als Mentoren. Das ist mir fast noch wichtiger als die finanzielle Unterstützung.“ Prof. Dr. Roland Schauer freut sich, dass er sein Wissen und seine Erfahrungen an den wissenschaftlichen Nachwuchs weitergeben kann: „Junge Leute – und besonders Frau Boll – saugen so etwas ja immer wunderbar auf“, findet er. Seine Frau erzählt, dass auch sie und ihr Mann durch den Kontakt zu Inga Boll noch weiter lernen können: „Von ihr erfahren wir, was jetzt in der Forschung läuft. Das ist für uns faszinierend.“ Im September möchte Inga Boll ihr Studium abschließen und danach am liebsten promovieren. Ob Prof. Dr. Roland und Elfriede Schauer stolz auf ihre Stipendiatin sind? „Aber natürlich!“, antworten beide lachend.