Evaluation und Begleitforschung: Deutschlandstipendium auf Erfolgskurs

Das Deutschlandstipendium ermöglicht leistungsstarken Studierenden Bildungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und dem Standort ihrer Hochschule. Das zeigen die Ergebnisse der gesetzlich vorgeschriebenen Evaluation und einer Begleitforschung zum Deutschlandstipendium. Die Untersuchungen geben Auskunft über die Sozialstruktur der Stipendiatinnen und Stipendiaten, das Profil der Förderer sowie die Erfolgsfaktoren beim Einwerben der privaten Fördermittel.

Begleitforschung: Stipendium unabhängig von sozialer Herkunft
Im Fokus der Begleitforschung stand die Sozialstruktur der Stipendiatinnen und Stipendiaten, wie z.B. ihr familiärer Bildungshintergrund. Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Nicht-Akademikerkinder unter den Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten genau wie bei allen Studierenden 50 Prozent beträgt. Auch in Bezug auf Geschlecht, Alter und Familienstand der Stipendiatinnen und Stipendiaten ist eine soziale Ausgewogenheit zu erkennen. So liegt der Anteil der Stipendiaten beispielsweise bei 52 Prozent, der Anteil der Stipendiatinnen bei 48 Prozent. Dies entspricht genau der Geschlechterverteilung der Studierendenschaft insgesamt. Studierende mit Migrationshintergrund sind im Deutschlandstipendium mit 28 Prozent, im Vergleich zu 23 Prozent bei allen Studierenden, überdurchschnittlich vertreten.

Der Anteil der Nicht-Akademikerkinder unter den Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten beträgt 50 Prozent – genau wie bei allen Studierenden | © Fachhochschule PotsdamDie Daten stammen aus einer repräsentativen Befragung von rund 2.300 Stipendiatinnen und Stipendiaten und 50 Hochschulen. Diese Zahlen wurden der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2012 und den Zahlen des Statistischen Bundesamts zu den Studierenden des Wintersemesters 2014/2015 gegenübergestellt. Unter den 435 befragten Förderern des Deutschlandstipendiums haben Unternehmen den größten Anteil (65 Prozent), gefolgt von Stiftungen und Privatpersonen (beide 12 Prozent). Hervorzuheben ist, dass ein Drittel der zuletzt genannten Gruppe Alumni sind, die an ihrer ehemaligen Hochschule das Deutschlandstipendium fördern.

Derzeit werden im Rahmen der Begleitforschung 14 Hochschulen mit Blick auf Best Practice-Beispiele für Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie ideelle Förderkonzepte näher untersucht. Die Ergebnisse werden in einer praxisorientierten Handreichung veröffentlicht. Die Begleitforschung wird von der Rambøll Management Consulting GmbH im Auftrag des BMBF durchgeführt.

Evaluation: Erfolg bei der Einwerbung von Stipendien unabhängig von der Region
Mit der Evaluation wurde untersucht, welche Rahmenbedingungen den bisherigen Erfolg der Hochschulen bei der Akquise von Fördermitteln beeinflussen. Aus der Untersuchung geht hervor, dass an allen Hochschulstandorten die Bedingungen gegeben sind, um ausreichend private Mittel akquirieren zu können. Die regionale Lage der Hochschulen hat demnach keinen messbaren Einfluss auf die Anzahl der eingeworbenen Stipendien. Auch andere Faktoren, wie z.B. das Fachangebot spielen keine große Rolle. Des Weiteren zeigt die Analyse: Je länger Hochschulen am Programm teilnehmen, desto höher wird ihre Förderquote. Insgesamt erkennen viele Hochschulen den Nutzen einer Teilnahme am Deutschlandstipendium. Mehr noch: Sie verbinden auch eigene strategische Ziele damit.

Mit der Evaluation kommt das Bundesministerium für Bildung und Forschung einer gesetzlichen Vorgabe nach. Das Stipendienprogramm-Gesetz sieht nach Ablauf von vier Jahren eine entsprechende Untersuchung vor. Hiermit wurden das Umfragezentrum Bonn (uzbonn GmbH) und das Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn beauftragt.

Der vollständige Bericht der Bundesregierung steht hier zum Download bereit.

Die ausführlichen Ergebnisse der Begleitforschung, die Anlagen zur Begleitforschung sowie die Ergebnisse der Evaluation stehen ihnen ebenfalls zum Download zur Verfügung.

Die Pressemitteilung zur Evaluation und Begleitforschung finden Sie hier (PDF).