Von ungewöhnlichen Wegen und helfenden Händen

Deutschlandstipendiat Markus Lechner hat mit einem Meisterbrief in der Tasche den Schritt an die Uni gewagt – mit Erfolg. Seine Förderin Maria Thon von der BayWa Stiftung unterstützt ihn auf seinem unkonventionellen Bildungsweg. Beide schätzen die Netzwerkmöglichkeiten und den fachlichen Austausch, der sich durch das Stipendienprogramm ergeben hat. 

Markus Lechner hatte Mut. Und jede Menge Ehrgeiz. Nach seinem Realschulabschluss erlernte der Oberbayer im Betrieb seines Onkels das Handwerk des Zimmerers. Die praktische Arbeit machte ihm Spaß. Doch Markus Lechner wollte mehr. Erfolgreich absolvierte er die Meisterschule und entschied sich anschließend für ein Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität München (TU). „Ich wollte mein Wissen vertiefen“, sagt er. Ihm war klar, dass es nicht leicht werden würde. Doch seine praktische Erfahrung zahlte sich ausBereichernder Austausch: Deutschlandstipendiat Markus Lechner und Förderin Maria Thon | © Andy Küchenmeister – inzwischen ist er Masterstudent. Markus Lechner war einer der ersten Deutschlandstipendiaten an der TU München. „Unter den vielen Studierenden meiner Hochschule ausgewählt zu werden, war für mich eine große Anerkennung.“ Ganz sicher, ob das Deutschlandstipendium etwas für ihn ist, war er sich zunächst nicht. Sein Mitbewohner bestärkte ihn jedoch darin, sich zu bewerben. „Ich denke, mein unkonventioneller Weg zum Studium hatte einen positiven Einfluss auf meine Bewerbung“, sagt er heute. 

Ein Geben und Zurückgeben  

„Für uns stehen die jungen Talente im Mittelpunkt, denn sie gestalten die Zukunft. Mit ihrer Förderung setzen wir einen Impuls gegen den Fachkräftemangel,“ sagt Markus Lechners Förderin Maria Thon. Die BayWa Stiftung, deren Geschäftsführerin sie ist, fördert seit fast 20 Jahren nachhaltige Bildungs- und Wissenschaftsprojekte und engagiert sich seit der ersten Stunde für das Deutschlandstipendium. Heute unterstützt die Stiftung bundesweit rund 100 Studierende. Dass bei der Vergabe auch soziales Engagement zählt, schätzt die 53-Jährige besonders. „Für mich als Leiterin einer Stiftung ist dies ein Aspekt, der mir am Herzen liegt“, sagt sie. Maria Thon möchte etwas bewegen und einen Beitrag zur Bildungsarbeit in Deutschland leisten. „Man muss etwas tun, sich engagieren“, sagt sie. Ihr Motto: Hände, die helfen, sind besser als Lippen, die nur versprechen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sieht sie dabei nicht nur in der Rolle der Nehmer. „Die Studierenden geben der Gesellschaft mit ihrem Know-how und ihrem Engagement auch etwas zurück“, betont sie. Markus Lechner etwa hat in der Übergangszeit zwischen Bachelor und Master bei dem Bau einer Schule in Sambia tatkräftig mit angepackt.

Das Deutschlandstipendium vernetzt  

Die finanzielle Unterstützung durch das Deutschlandstipendium erleichtert Markus Lechner das Leben in München. „Außerdem sind die jährlichen Stipendiatentreffen der BayWa Stiftung gute Gelegenheiten, interessante Kontakte zu knüpfen“, ergänzt er. Auch Maria Thon sieht die Netzwerkmöglichkeiten als Vorteil: „Das Deutschlandstipendium bringt Wirtschaft und Wissenschaft zu beiderseitigem Nutzen zusammen.“ Sie schätzt den Kontakt zu den Hochschulen; den Austausch zwischen Praktikern und Theoretikern sowie Jung und Alt empfindet sie als bereichernd: „Die BayWa AG ist zum Beispiel auch im Bausegment vertreten. Mit Herrn Lechner tauschen wir uns über zukunftsweisende Ideen in diesem Bereich aus“, sagt sie. „Und davon hat er sehr viele“, fügt sie hinzu.