Die Überzeugungstäter

Bontu Guschke und Oliver Schmidt schauen beide gern über den Tellerrand. Sie organisiert Kochkurse mit Flüchtlingen, ihn interessiert, wie junge Menschen die Lebens- und Arbeitswelt mit neuen Ideen prägen. Die Deutschlandstipendiatin und ihr Förderer aus Berlin lernen viel voneinander.

Bontu Guschke studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Die 22-Jährige schreibt gerade ihre Bachelorarbeit. Das Thema ist Social Entrepreneurship. Damit kennt sie sich aus: Zusammen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen hat sie das Projekt „Über den Tellerrand kochen“ ins Leben gerufen. Die Idee: Flüchtlinge und alteingesessene Berliner können sich bei regelmäßigen Kochkursen kennenlernen. „Das gemeinsame Kochen bietet eine Plattform, um Vorurteile und Ängste abzubauen“, sagt Bontu Guschke. ToleranzMit Engagement neue Perspektiven eröffnen: Deutschlandstipendiatin Bontu Guschke und ihr Förderer Oliver Schmidt | © Andy Küchenmeister zu fördern – das ist ihr ein persönliches Anliegen. Auf die Auszeichnungen beim sogenannten Funpreneur-Wettbewerb der Freien Universität Berlin sind sie und ihre Mitstudierenden stolz. Im Rahmen des Wettbewerbs entwickeln Studentinnen und Studenten eine eigene Geschäftsidee und setzen sie in nur fünf Wochen in die Tat um. Dabei stehen ihnen Patinnen und Paten aus der Wirtschaft zur Seite.

Ein Stipendium, viele Förderer

Unterstützt wird Bontu Guschke von Oliver Schmidt. Als Geschäftsführer der Firma „Hultgren Nachhaltigkeitsberatung“ berät er Organisationen zu Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens. Seine Firma ist Mitglied des „Netzwerks Unternehmertum der Freien Universität Berlin“ (NUFUB). Die Gemeinschaft aus Unternehmern und Gründungsexperten vergibt jährlich zwei bis drei Deutschlandstipendien. Das Besondere: Die Stipendien werden nicht von einer einzelnen Person oder Firma gestiftet, sondern per Crowdfunding unter NUFUB-Mitgliedern, aber auch außerhalb des Vereins eingeworben.

So wurde Oliver Schmidt auf das Stipendium aufmerksam. „Ich kannte das Deutschlandstipendium vorher nicht, aber ich war sofort überzeugt“, so der 49 Jahre alte Geschäftsmann. Schon im NUFUB-Mitgliedsantrag erklärte er sich bereit, beim Deutschlandstipendium mitzumachen. Bontu Guschke ist eine der Studierenden, die NUFUB-Mitglieder gemeinsam unterstützen.

Ein Gewinn für beide

„Über den Tellerrand kochen“ kostet sie viel Zeit, doch sie ist davon überzeugt, dass der Einsatz auch eine gute Ergänzung zu ihrem Studium sei. Das Deutschlandstipendium macht es möglich, dass Bontu Guschke sich um beides kümmern kann. Ein weiterer Vorteil kommt hinzu: „Durch das riesige Netzwerk lerne ich interessante Leute kennen und erhalte viel Input.“ Aktuell tauscht sie sich mit Oliver Schmidt zu ihrer Bachelorarbeit aus. Aber auch für das Projekt kann ihr der Gründungsberater viele wertvolle Ratschläge geben. 

Oliver Schmidt sieht darin auch einen Gewinn für sich: „In der Zusammenarbeit findet ein Wissens- und Erfahrungsaustausch statt. Und zwar in beide Richtungen. Ich lerne sehr viel“, sagt er. Sein Fazit spricht für sich: „Die Zusammenarbeit mit Bontu und ihr Projekt haben meine Perspektiven erweitert, meinen Blick auf Arbeit, Projekte und eigentlich auch das Leben.“