Zwischen Hörsaal und Sportplatz

Die Stipendiatin Hannah Rosenbach und ihre Förderin Dr. Hannelore Riesner teilen zwei Leidenschaften — den Leistungssport und die Naturwissenschaften. Daraus ist ein enger Austausch entstanden, von dem beide profitieren. 

Die Stipendiatin Hannah Rosenbach und die Förderin Hannelore RiesnerSportliches Team: Deutschlandstipendiatin Hannah Rosenbach und Privatförderin Dr. Hannelore Riesner | © Andy KüchenmeisterHannah Rosenbach ist Studentin der Biochemie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und erfolgreiche Siebenkämpferin. Ihr bisher größter sportlicher Triumph: Vierte bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften 2014. Als sie sich drei Jahre zuvor das erste Mal für das Deutschlandstipendium bewirbt, denkt sie: „Ich versuche es einfach mal.“ Mit Stipendien hatte sie bisher keine Erfahrung. Sie wusste jedoch, dass eine finanzielle Unterstützung ihr Leben erleichtern würde. „Ich wollte mich voll auf mein Studium und den Leistungssport konzentrieren können. Durch das Deutschlandstipendium habe ich das Glück, nebenbei nicht arbeiten zu müssen“, sagt sie und fügt lachend hinzu: „Ich kann sozusagen nahtlos von der Uni zum Training gehen.“ Und dennoch findet die 23-Jährige Zeit, sozial benachteiligten Kindern Nachhilfe zu geben. An den Moment der Zusage erinnert sie sich gern: „Als der Brief kam, habe ich mich total gefreut und mich geehrt gefühlt. Ich bin dankbar und möchte diese Unterstützung nicht mehr missen.“ 

Fördern ist eine Herzensangelegenheit

Dr. Hannelore Riesner engagiert sich persönlich für das Deutschlandstipendium und weiß um den Spagat, den ihre Stipendiatin Hannah Rosenbach tagtäglich meistern muss. Die 63-jährige Privatdozentin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat Biologie studiert, in Naturwissenschaft promoviert, sich in Medizin weitergebildet, in Sportwissenschaft habilitiert und war selbst Leistungssportlerin. „Studium und Sport unter einen Hut zu bringen, ist eine große Leistung. Hannah Rosenbach ist für mich ein Vorbild für alle jungen Sportlerinnen und Sportler“, sagt sie. Schon als Direktorin der Trainerakademie in Köln und während ihrer Tätigkeit am Olympiastützpunkt Niedersachsen hat Hannelore Riesner jungen Athletinnen und Athleten immer zu einem dualen Weg geraten. Hannah Rosenbach zu unterstützen und ihr als Mentorin zur Seite zu stehen, liegt ihr deshalb am Herzen. „Leistung kann man nicht nur fordern, man sollte sie auch fördern.“ Davon ist Hannelore Riesner überzeugt. Dieser Grundgedanke motiviert sie auch in ihrer Funktion als Stipendienbotschafterin der Hochschule. 

Die Förderer des Deutschlandstipendiums bilden für sie eine Gemeinschaft, die sich engagiert und Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen will. „Gemeinsam schaffen wir etwas und tragen zur Entwicklung einer Förderkultur in Deutschland bei“, sagt sie. Ein weiterer wichtiger Aspekt für Hannelore Riesner: „Das Geld landet nicht in einem anonymen Topf. Die Förderung hat ein Gesicht, dahinter steht ein junger Mensch.“ Der Kontakt zum Nachwuchs war ihr schon immer wichtig. „Wenn ich mit jungen Erwachsenen zusammenarbeite, bleibe ich selbst jung“, sagt sie. 

Ein Austausch auf zwei Ebenen

Hannah Rosenbach und Hannelore Riesner haben seit sie sich kennen ein sehr enges Verhältnis. „Die Gespräche mit Hannah sind wertvoll. Wir können uns auf zwei Ebenen austauschen – von Hochschullehrerin zu Studierender und von ehemaliger Leistungssportlerin zu aktiver Athletin“, sagt Hannelore Riesner. Hannah Rosenbach ergänzt: „Wir telefonieren, schreiben uns E-Mails oder treffen uns in der Uni auf einen Kaffee. Frau Riesner berät mich und ist für mich der Beweis, dass es möglich ist, Naturwissenschaften und Leistungssport zu kombinieren. Das macht mir Mut.“ Hannelore Riesner will gerne noch mehr über Hannah Rosenbachs Leben erfahren. In der nächsten Saison möchte sie ihren Trainer kennenlernen, ihr beim Training zuschauen oder sie zu Wettkämpfen begleiten.