Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Auf der Stipendienvergabefeier des Deutschlandstipendiums begegnen sich Stipendiatinnen, Stipendiaten und Förderer zum ersten Mal. So haben sich auch der Wirtschaftsinformatikstudent Michael Dobmeier und sein Förderer Jörg Schubert vom Bechtle Systemhaus Bonn/Köln an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg kennengelernt.

Feierlich: Michael Dobmeier und Jörg Schubert bei der StipendienvergabeMichael Dobmeier engagiert sich gerne und leidenschaftlich für das Allgemeinwohl. Seit seinem 13. Lebensjahr ist er in der Schwimmausbildung bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) tätig. Seit nunmehr vier Jahren gibt er sein Wissen als Lehrgangsleiter der DLRG-Jugend Nordrhein auf Landesverbandsebene an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene weiter. Ehrensache. Dobmeier studiert im fünften Semester Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (HBRS). Dass er trotz der hohen Anforderungen des Studiums noch Zeit für sein Ehrenamt findet, verdankt er unter anderem Jörg Schubert.

Der 36-jährige Ingenieur ist Abteilungsleiter des Competence Center Cisco im Bechtle Systemhaus Bonn/Köln, einem IT-Dienstleister für mittelständische Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an drei Standorten in Bonn, Köln und Koblenz beschäftigt. Im Rahmen des Deutschlandstipendiums fördert das Unternehmen pro Semester vier Studierende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Einer davon ist Wirtschaftsinformatikstudent Michael Dobmeier. Er wird monatlich mit je 150 Euro vom Unternehmen und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. „Das Deutschlandstipendium hilft mir sehr“, sagt Dobmeier. „So kann ich es mir leisten, neben Studium und Ehrenamt weniger zu arbeiten.“

Sein Förderer Jörg Schubert gönnt ihm diesen Freiraum. Kann er sich doch noch gut an seine eigene Studienzeit erinnern. Als er 2001 seine Diplom-Prüfung in Elektrotechnik ablegte, war die Stipendienkultur in Deutschland bei weitem nicht so ausgeprägt wie heute: „Ich habe als Student 20 Stunden pro Woche als IT-Administrator in einem Maschinenbau-Unternehmen gearbeitet, um das Studium zu finanzieren. Zu meiner Zeit gab es das Deutschlandstipendium leider noch nicht.“

Kein reines Leistungsstipendium

Michael Dobmeier schätzt beim Deutschlandstipendium nicht nur die Brücke, die das Programm zwischen Wirtschaft und Wissenschaft baut. Schließlich bekommt er so auch Einblicke in eine Firma, die in seinem Fachgebiet tätig ist.

Darüber hinaus aber gefällt ihm vor allem, dass das Deutschlandstipendium kein reines Leistungsstipendium ist. Auch deshalb habe er sich um die Förderung beworben: „Mich hat angesprochen, dass sowohl ehrenamtliches Engagement als auch herausragende Leistungen des Studiums berücksichtigt und damit gefördert und geehrt werden. Der jugendpolitische Aspekt, dass die Gesellschaft ein Ehrenamt würdigt, ist sehr wichtig.“

Eine weitere Stärke des Deutschlandstipendiums sieht der angehende Wirtschaftsinformatiker Michael Dobmeier in der ideellen Förderung der Studentinnen und Studenten. So bietet die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg den Stipendiatinnen und Stipendiaten Begleitprogramme an, die weit über die fachliche Ausbildung hinausgehen. Zuletzt konnte Dobmeier an einem Kommunikationstraining teilnehmen.

Die Förderung wird fortgesetzt

Mit Erfolg, denn ihm es gelungen, seinen Förderer Jörg Schubert bei der ersten Begegnung während der Stipendienvergabefeier zu beeindrucken. Jörg Schubert ist es wichtig, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Dienstleistungsbranche redegewandt sind und offen auf andere Menschen zugehen können: „Michael Dobmeier kann sich darstellen. Er ist niemand, der sich bei einer Veranstaltung hinter dem Tisch versteckt“, sagt Jörg Schubert. Auf Soft Skills wie diese legt der IT-Dienstleister Bechtle viel Wert. Das hat das Unternehmen auch dazu bewogen, sich mit den vier Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten über die finanziellen Zuwendungen hinaus zu beschäftigen.

Auch im nächsten Semester werden die Studierenden im Rahmen des Deutschlandstipendiums unterstützt. „Damit können wir den Studentinnen und Studenten unsere Wertschätzung für ihre Leistungen aussprechen. Gleichzeitig erkennen wir darin aber auch einen Mehrwert aus unternehmerischer Sicht“, betont Jörg Schubert und ergänzt: „Es wäre wünschenswert, wenn sich Unternehmen künftig noch stärker im deutschen Bildungswesen engagieren würden. Denn letztendlich profitiert die Wirtschaft ja auch von der hervorragenden Arbeit an Schulen und Hochschulen.“