Der Region und der Universität etwas zurückgeben

Eine Stifterinitiative in Rendsburg

Drei Rendsburger Stifter zeigen, wie sich im Rahmen des Deutschlandstipendiums engagierte Privatpersonen für talentierte und leistungsfähige Nachwuchskräfte in verschiedenen Studienfächern stark machen. Der Austausch zwischen Förderern sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten wird – das aktuelle Beispiel aus Schleswig-Holstein zeigt es – immer attraktiver und an den konkreten Bedürfnissen der Stipendiatinnen und Stipendiaten orientiert. Zugleich ist die Initiative geprägt von vielfältigem und identitätsstiftendem Austausch vor Ort.

Rendsburger Stipendiatinnen und Stiepndiaten sowie Förderer in RendsburgDeutschlandstipendiatinnen und Deutschlandstipendiaten der Universität Kiel trafen in Rendsburg auf ihre Förderinnen und Förderer | Foto: Miriam Richter © 2014

Dr. Norbert Klause ist als niedergelassener Mediziner in einer Rendsburger Praxisgemeinschaft tätig, Georg Schäfer verantwortet als Bankvorstand das Geschäft der Volksbank-Raiffeisenbank in Rendsburg und Peter Rathmann ist Fotograf in Ascheffel nahe Rendsburg. Zusammen haben sie sich dazu entschlossen, ihrer Region und der traditionsreichen Kieler Hochschule etwas von dem zurückzugeben, was sie selbst während Studium und Promotion an Unterstützung erfahren haben und „ein Bewusstsein für Rendsburg zu schaffen“, wie der Mediziner Klause es ausdrückt. Gefördert werden explizit auch Stipendiatinnen und Stipendiaten, die sich für Fächerkombinationen außerhalb der beruflichen Schwerpunkte der drei Stifter entschieden haben. So werden unter anderem auch Stipendiatinnen in den Studiengängen Kunstgeschichte oder Europäische Ethnologie gefördert.

Dr. Norbert Klause geht es neben der „Stärkung der regionalen Verbundenheit“ – dem Ziel, den Studentinnen und Studenten das Kieler Umland nahezubringen – jedoch um einen viel grundsätzlicheren „gesellschaftspolitischen Diskurs“, wie er es selbst nennt. Sein Ziel vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung: Der Abwanderung aus der Region entgegenzuwirken und für die Stadt Rendsburg als attraktiven und günstig gelegenen Wohnort zu werben.

Brücken bauen zwischen Studenten und Region, Hochschulalltag und Berufseinstieg

Denn auch, wenn die langjährige Garnisonsstadt Rendsburg mit ihren derzeit knapp 30.000 Einwohnern selbst nicht Standort einer Universität ist, profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie die Institutionen und Kultureinrichtungen, die sich an den Ufern des Nord-Ostsee-Kanals im Herzen Schleswig-Holsteins niedergelassen haben, von der Anziehungskraft und Ausstrahlung der Universität mit ihren beiden Exzellenzclustern und den zahlreichen renommierten Forschungsinstituten im Großraum Kiel. Eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt Rendsburg, die schon von weitem sichtbare Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, ist zudem ein geradezu perfektes Symbol für das Selbstverständnis des Deutschlandstipendiums, baut doch das bundesweite Stipendienprogramm dank des Einsatzes zahlreicher Mentorinnen und Mentoren Brücken zwischen dem universitären Alltag begabter Studentinnen und Studenten sowie den zukünftigen Perspektiven für das Leben nach der Hochschule.

„Partnerschaft zwischen Rendsburg und Kiel“: Aus der Region – für die Region

Bei ihrem Engagement für die derzeit acht Stipendiatinnen und Stipendiaten wissen die Stifter zudem die Kieler Hochschulleitung sowie die Rendsburger Verwaltung an ihrer Seite. Für die Zukunft planen sie, weitere lokale Institutionen wie die Industrie- und Handelskammer oder die Landesmuseen Schloss Gottorf in ihre Initiative einzubinden.

In diesem Jahr konnte auf Initiative von Dr. Norbert Klause zum ersten Mal ein „Rendsburg-Tag“ stattfinden. Eine Veranstaltung, an der außer den Stipendiatinnen und Stipendiaten ebenfalls der Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast und der damalige Präsident der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Professor Gerhard Fouquet, teilgenommen haben. Neben dem persönlichen Kennenlernen und dem Austausch von Erfahrungen wurden den Kieler Studentinnen und Studenten Führungen durch ein örtliches Klinikum sowie durch zwei Museumseinrichtungen der Stadt ermöglicht und damit unterschiedliche Berufseinstiegsmöglichkeiten in der Region vorgestellt. 

Die nächsten Schritte: „Rendsburg-Tag“ 2015 bereits in Planung

Die Initiative zum ersten „Rendsburg-Tag“ hat bei allen Beteiligten überaus große Resonanz erfahren. Beim kommenden „Rendsburg-Tag“ im März 2015 sollen rund 90 Kieler Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten in die Stadt am Nord-Ostsee-Kanal eingeladen werden – ein Schritt für die Weiterentwicklung der Stifter-Kultur in der Region Rendsburg.