Mit Engagement zum Stipendium

Ob als ehrenamtlicher Schwerbehinderten-Assistent beim Arbeiter-Samariter-Bund oder in seinem Nebenjob als Pflegehelfer: Deutschlandstipendiat Patrick Schenk verbringt neben seinem Medizinstudium an der Universität Ulm viel Zeit bei der Arbeit im sozialen Bereich.

Patrick Schenk"Für Medizin waren nur drei Plätze vorgesehen. Deswegen habe ich mich nicht für hervorragend genug gehalten. Aber jetzt weiß ich: Beim Deutschlandstipendium spielen nicht nur Noten eine Rolle, sondern auch soziales Engagement.", © BMBF 2012Nach dem Lernen die Beine zu Hause auf dem Sofa hochlegen – das ist nicht so sein Ding. Eine Woche im Leben von Deutschlandstipendiat Patrick Schenk sieht anders aus: Fast täglich fährt der 23-Jährige aus Augsburg zum Medizinstudium nach Ulm. In seinem Nebenjob als Pflegehelfer betreut er Orthopädie- und Rheumapatienten. Und in seiner Freizeit schiebt er einmal wöchentlich eine ehrenamtliche Nachtschicht beim Arbeiter-Samariter-Bund und hilft Menschen mit schweren Behinderungen. Das klingt nach einem straffen Zeitplan. Als Belastung empfindet er sein Engagement aber nicht. "Im Gegenteil, der Umgang mit anderen Menschen macht mir einfach viel Spaß und ich lerne eine Menge dabei. Das hilft mir sicher auch mal im Beruf."

Für Ausgleich sorgt der Mannschaftssport. In Augsburg steht er dreimal pro Woche beim Inline-Skaterhockey im Tor. 2011 haben es die Augsburger Hockeyspieler sogar zum Deutschen Meister gebracht. Sicher, er hätte nach Ulm ziehen können, aber dann hätte er trotzdem pendeln müssen wegen der Trainings. "Wir sind seit elf Jahren zusammen und ein eingeschworenes Team", erklärt Patrick Schenk. Seinen vollen Terminkalender entlastet jetzt das Deutschlandstipendium – zumindest ein Stück weit: "Durch die 300 Euro im Monat muss ich neben dem Studium weniger arbeiten und habe mehr Zeit für andere Dinge." Die vielen Fahrten, aber auch die notwendigen Fachbücher gehen ganz schön ins Geld.

Auf das Stipendium ist er durch einen Aushang an der Universität gestoßen: "Zuerst habe ich mich nicht angesprochen gefühlt. Ich war ja nicht bei allen Abschlüssen ein Einser-Kandidat." Bei seiner Internetrecherche erfuhr Patrick Schenk, dass es bei der Vergabe neben sehr guten Noten auch auf soziales Engagement ankommt. Das hat ihn animiert. "Ich halte das für einen wichtigen Zusatz und freue mich natürlich, dass so etwas durch ein Stipendium gewürdigt wird. Vielleicht ermutigt das ja auch noch mehr Studierende, bei ihren sozialen Engagements am Ball zu bleiben."

Kommt man denn bei so vielen Verpflichtungen noch zum Studieren? "Och, das passt schon", winkt Patrick Schenk ab. Offenkundig: Die Leistungen stimmen und überzeugen auch den Geldgeber. Förderer ist das Universitäts- und Rehabilitationsklinikum Ulm. "Vielleicht kann ich eines Tages meine Doktorarbeit dort schreiben", hofft der sportbegeisterte Medizinstudent. Auch das könnte passen: Das renommierte Klinikum ist spezialisiert auf Sportpsychologie und Orthopädie.