Neue Wege zu neuen Fachkräften

Die einen suchen Fachkräfte und erhalten wichtige Impulse von außen. Die anderen suchen Erfahrungen und bekommen hilfreiche Einblicke in die Praxis. Das Deutschlandstipendium ist eine Bereicherung, auch an der Europäischen Fachhochschule in Brühl.

Foto: EUFH-Präsident Professor Dr. Birger Lang, gicom-Geschäftsführer Hans-Jakob Reuter, Stipendiatin Sarah Holzgreve und Stipendiat Justus Nagel.Feierliche Stipendienvergabe: EUFH-Präsident Professor Dr. Birger Lang, gicom-Geschäftsführer Hans-Jakob Reuter, Stipendiatin Sarah Holzgreve und Stipendiat Justus Nagel (von links nach rechts). Foto: EUFH © 2012

Hans-Jakob Reuter hängt Stellengesuche schon mal am Schwarzen Brett der Universität in Madrid aus. „Neue Fachkräfte zu finden, erfordert heute einfach, neue Wege zu gehen“, sagt der 48-jährige Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung gicom aus Overath. Neue Wege geht Reuter auch vor Ort in Deutschland: Seit dem Wintersemester 2011 fördert er zwei Deutschlandstipendien an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) im 30 Kilometer entfernten Brühl. Deutschlandstipendiat Justus Nagel studiert zwar auf den ersten Blick in einer völlig anderen Sparte. Von seinem Förderer ist der künftige Logistikmanager trotzdem begeistert. „Auf dem Sommerfest bei gicom habe ich mich mit vielen Mitarbeitern unterhalten und gemerkt, wie die für ihre Sachen brennen und ihre Ideen einbringen.“ Reuter selbst verbucht den Austausch mit den Studierenden auch unabhängig von der Suche nach Fachkräften als Gewinn für seine Unternehmensberatung. „Die Studierenden berichten aus ihrer Praxis und darüber, wie andere Unternehmen und Betriebe mit Themen wie Motivation und Arbeitszeiten umgehen.“ Für die junge Firma sind das nützliche Erkenntnisse. Die staatlich anerkannte Privathochschule EUFH bildet Studierende in dualen Studiengängen aus. Die angehenden Ingenieure, Manager oder Wirtschaftsinformatiker an den Standorten Brühl und Neuss ebenso wie die künftigen Gesundheitswissenschaftler an der EUFH in Rostock kombinieren Studium und Praxis.

Katalysator für die duale Ausbildung

Förderer wie gicom hat EUFH-Fundraiser Claus Weimann rasch vom Deutschlandstipendium überzeugen können: „Wenn Sie Studierende frühzeitig unterstützen und dabei persönlich an das eigene Unternehmen heranführen, haben Sie später hervorragende Mitarbeiter, die bereits einen konkreten Bezug zu ihrem Arbeitgeber haben“, weiß Weimann. Das Deutschlandstipendium sieht er dabei auch als Katalysator für die international viel gerühmte duale Ausbildung in Deutschland. „Während meiner Zeit in den USA habe ich erlebt, wie es ist, in einem Land zu studieren, in dem das Stipendienwesen selbstverständlich ist “, erklärt Weimann. „Gerade das duale Studium ist aber etwas, das wir in Deutschland vielen voraus haben, und daran lässt sich mit dem Deutschlandstipendium hervorragend anknüpfen.“ Mit insgesamt mehr als 600 Unternehmen arbeitet die Fachhochschule derzeit zusammen. Weimann hofft, die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durch das Deutschlandstipendium noch stärken und ausbauen zu können.

Impulse für die Verbindung von Theorie und Praxis

Bislang scheint das Prinzip aufzugehen – sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Senioren-Wohnheim Brühl gehörte zu den Förderern der ersten Stunde und fördert eine Deutschlandstipendiatin. „Ein Seniorenheim darf sich keinesfalls hermetisch abriegeln“, begründet Wohnstift-Geschäftsführer Wilfried Hägele die Entscheidung. Das Deutschlandstipendium helfe dabei, Theorie und Praxis nicht zu weit auseinanderdriften zu lassen. Stipendiatin Anja Rehberg pflichtet ihm bei. Die Logopädie-Studentin aus Rostock interessiert sich vor allem für den Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind. Der unkomplizierte Kontakt zu ihrem Förderer hilft ihr bei vielen Fachfragen. Anja Rehberg will später einmal in die Forschung gehen und hierfür ihre Erfahrungen aus dem Seniorenheim nutzen. Wilfried Hägele begrüßt ihr Vorhaben. Die Beteiligung am Deutschlandstipendium will er auf jeden Fall fortführen und nach Möglichkeit sogar um weitere Mittel aufstocken. Mit ähnlichen Gedanken trägt sich auch Hans-Jakob Reuter: „Das eigene Spektrum erweitern, andere Branchen und Bereiche kennen lernen, neue Erkenntnisse und eventuell auch neue Mitarbeiter gewinnen: das sind die Vorteile des Deutschlandstipendiums für alle Beteiligten.“ Die Einladung zur gicom-Weihnachtsfeier hat Justus Nagel bereits erhalten und zugesagt hat er auch schon.

Ansprechpartner für Förderer und Studierende:

Claus Weimann
Europäische Fachhochschule
Kaiserstraße 6
50321 Brühl
Telefon: 02232 5673490
E-Mail: c.weimann@eufh.de
Internet: http://www.eufh.de/