Mit starkem Willen zum Ziel

Das Deutschlandstipendium steht Studierenden aller Nationen offen, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland studieren. Davon profitieren gerade auch junge Talente aus Nicht-EU-Ländern. Die Weißrussin Zhanna Karakulka ist eines von ihnen.

Zhanna KarakulkaFoto | BMBF: Deutschlandstipendiatin Zhanna Karakulka, © 2012Sie hat nicht nur ein gutes Abitur und klare Ambitionen. Sie verfügt auch über eine große Portion Mut: Ohne Deutschkenntnisse wagte Zhanna Karakulka mit 19 Jahren die Ausreise aus Weißrussland nach Bayern. Und von hier ging es mit viel Disziplin weiter. Ihren Abschluss am Studienkolleg schaffte die mathebegeisterte Deutschlandstipendiatin mit der Traumnote 1,1. Bestärkt von diesem Erfolg begann sie 2007 ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. "Wer seine Träume und Ziele erreichen will, muss die Bereitschaft aufbringen, nicht nur den einfachsten Weg zu gehen", sagt die heute 26-Jährige.

In der Tat: Man kann sich Einfacheres vorstellen, als innerhalb kürzester Zeit eine vollkommen fremde Sprache zu erlernen, ein Studium zu absolvieren und dabei auch noch für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Weil Zhanna Karakulka wegen ihrer Herkunft nicht anspruchsberechtigt ist, bekommt sie kein BAföG. Das Geld fürs Studium hat sie sich als Werkstudentin in verschiedenen Firmen und als Mathematik-Tutorin an der Uni verdient. Wie sie das alles schafft? Zhanna Karakulka überlegt kurz: "Ich sage mir immer wieder, glaub an Dich und bleib aktiv, um Deine Ziele zu erreichen." Das Deutschlandstipendium sei ihr trotzdem wie eine Rettung vorgekommen. Die 300 Euro im Monat zusätzlich bedeuteten eine große Erleichterung. Überhaupt seien die Studienbedingungen in Deutschland sehr gut, findet Zhanna Karakulka, die das auch anders kennt.

In Weißrussland sehen sich Studierende mit einer deutlich härteren Lebenssituation konfrontiert. Der Staat ist klamm. Die Inflation galoppiert. Im gesamten Bildungssektor wird gespart. "Da schätze ich mich wirklich glücklich, in Deutschland studieren zu dürfen." Zwei mittelständische Unternehmen, die Firmen Infoteam und Immowelt, finanzieren die angehende Wirtschaftsinformatikerin. "Dass die sich so für andere einsetzen und sich verantwortlich fühlen, finde ich enorm", freut sich Zhanna Karakulka. Auch sie selbst denkt keineswegs nur an sich: Vor ihrem Studium absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Klinik für ältere Patientinnen und Patienten.

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