Stiften für mehr Bildungsgerechtigkeit

Brigitte Knittlmayer fördert seit 2010 besonders talentierte Studierende an der Universität Duisburg-Essen. Die promovierte Archäologin aus Düsseldorf zählt zu den ersten privaten Förderern des Deutschlandstipendiums. Im Interview verrät die selbstständige PR-Beraterin, worauf es ihr dabei ankommt.

Dr. Brigitte KnittlmayerDr. Brigitte KnittlmayerBildungsförderung von privat ist in Deutschland noch relativ selten. Was hat Sie bewogen, Studierende finanziell zu unterstützen?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig eine solide theoretische Ausbildung für das spätere Berufsleben ist, die über die Aneignung reinen Fachwissens hinausgeht. Ich möchte engagierte Studierende fördern, die bereit sind, über ihren eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Für viele Begabte ist ein Studium keine Selbstverständlichkeit. Studierende aus akademischen Elternhäusern starten in der Regel mit dem Vorsprung der selbstverständlichen ideellen und finanziellen Unterstützung. Ich unterstütze daher absichtlich eine Stipendiatin aus einer nicht-akademischen Familie. Mein Beitrag soll eine Anerkennung für die guten Leistungen sein, die sie trotz schlechterer Startbedingungen erbringt.

Sie haben bereits mit dem NRW-Stipendium gefördert und unterstützen jetzt mit dem Deutschlandstipendium. Wo sehen Sie die Vorteile solcher Förderprogramme?

Mein Anliegen, einen Studenten aus einer nicht-akademischen Familie zu fördern, konnte ich mit dem NRW-Stipendium gut umsetzen. Das Deutschlandstipendium bildet die überregionale Fortsetzung des NRW-Stipendiums. Ich finde es großartig, dass hier zusätzlich zu den Studienleistungen auch das ehrenamtliche Engagement der Bewerberinnen und Bewerber und die Überwindung bildungsbiografischer Hürden berücksichtigt werden.

Kritiker monieren, dass das Deutschlandstipendium reine Eliteförderung sei. Wie bewerten Sie das vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen?

Ich halte das für unzutreffend. Gerade das Deutschlandstipendium erlaubt es vielen, sich aktiv an der Förderung nicht einer Elite, sondern begabter Menschen zu beteiligen und ihre eigenen Vorstellungen einzubringen: Ich möchte Menschen finanziell und ideell zur Seite stehen, die solchen Hürden zum Trotz Herausragendes leisten und sie dazu ermutigen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.