Informatik? - Kein bisschen trocken!

Für Alexander Graf-Brill ist es ein Glücksfall, dass der Softwarehersteller SAP Deutschlandstipendien stiftet. Der 28-Jährige studiert Informatik aus Überzeugung. Seinen Master will er an der Universität des Saarlandes machen. Der Förderer ist direkt vor Ort und gewährt ihm erste Einblicke in die Praxis.

Alexander Graf-BrillAlexander Graf-Brill, Deutschlandstipendiat an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken:
"Dass ich das Deutschlandstipendium erhalten habe, freut mich riesig, weil es meine Leistungen anerkennt. Außerdem bedeutet es für mich, dass ich Studium und Familienleben besser unter einen Hut bekomme."
Eine Hornbrille trägt er nicht, und schüchtern wirkt er kein bisschen. Vom Klischee des typischen "Nerd" hält Alexander Graf-Brill ohnehin nicht viel. "Das sind doch längst überholte Vorurteile", wehrt er sich amüsiert. Der Umgang mit Zahlen, Algorithmen und Vektoren ist ihm allerdings schon als Schüler leicht gefallen. Sein Faible für das Lösen komplexer Aufgaben trug ihm auch im Informatikstudium Bestnoten ein. Bei der Bewerbung um das Deutschlandstipendium an der Universität des Saarlandes fiel der junge Vater damit auf: "Dass ich das Deutschlandstipendium erhalten habe, freut mich riesig, weil es meine Leistungen anerkennt. Außerdem bedeutet es für mich, dass ich Studium und Familienleben besser unter einen Hut bekomme." Für den Familienunterhalt und sein Studium hat Alexander Graf-Brill bislang neben Vorlesungen, Seminaren und Klausuren auch viel gejobbt. "Dank des Stipendiengeldes kann ich meine Wochenarbeitszeit als Hilfswissenschaftler jetzt etwas runterfahren und dafür öfter für meinen zweijährigen Sohn da sein", freut er sich.

Graf-Brills Förderer ist die SAP AG. Dem Glückwunsch aus der Universität folgte unmittelbar ein persönlicher Begrüßungsbrief von SAP-Mitarbeiterin Gabriela Offinger. Seither tauschen sich Förderer und Stipendiat regelmäßig per E-Mail aus. "Wir begleiten alle Stipendiaten während ihres Studiums. Wir coachen sie und beraten sie bei der Karriereplanung", erklärt die SAPlerin. Besitzansprüche leite das Unternehmen nicht daraus ab: "Wir freuen uns, wenn aus unserer Unterstützung ein Karrieresprungbrett für junge Nachwuchstalente wird, auch wenn sie später nicht bei uns einsteigen sollten."

Später einmal für SAP zu arbeiten, schließt Alexander Graf-Brill nicht aus. Jetzt freut er sich aber erst einmal über die Gelegenheit, unweit der Universität direkt an seinem Heimatort St. Ingbert hinter die Kulissen des weltbekannten Unternehmens schauen zu dürfen. "SAP hat mich gleich in ein Fortbildungsseminar für Mitarbeiter eingeladen. Auf diese Weise kriegt mein Studium sofort einen ganz anderen Realitätsbezug." Und, ist so ein Informatikstudium nicht doch ein bisschen trocken? "Noch so ein Klischee!", kontert Alexander Graf-Brill und grinst.